Ikea, Billy und die Family

Doofe Namen hatte IKEA schon immer für seine Artikel, Billy war und ist irgendwie eine Ausnahme.

Billy konnte man sich gut merken und beim Umtausch konnte man Billy auf dem Kassenzettel leicht als das identifizieren, was es darstellt, ein furniertes Bücherregal, bei dem sich die Böden schnell unter der Last biegen.

Es begleitete einen durch die Studienzeit, WG und Lehrzeiten, durch die ersten Pärchen Wohnversuche und es stand in den Büros wo wir die ersten Arbeitsstunden absolvierten.

IKEA  feiert zur Zeit 30 Jahre Billy. Gefeuert wurde auch im  beschaulichen 13.000 Einwohner Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel. Dort wurde die braune Echtholzfunier Version hergestellt. Seit 1982 stellten die Gardelenger Billy her, seit September 2009 ist Schluss. 250 Arbeitnehmer verloren ihre Jobs, Teile des Werkes wurden in die Slowakei verlegt.

IKEA  ist nicht mehr so lustig wie die Werbefilmchen einen vormachen wollen, die Mitarbeiter schauen schon seit einigen Jahren nicht mehr allzu fröhlich aus. Die Welt ist kein „Smaland“ und IKEA eben nicht wirklich Family. Ikea ist ein Großer unter den Großen und deren Ziel ist halt Geld verdienen. Seit neuestem kassiert der Kunde sich an entsprechenden Kassensystemen sogar selbst ab.

Aber wir wollen keinen moralischen Stab über Ikea brechen, sollen die „Schweden“ doch so weiter machen wie bisher.

Wir haben nach unserem heutigem IKEA Besuch als „Family“ beschlossen, dass es bei uns in der Zukunft anders aussehen soll  als bei den Millionen von „Familys“.

Wir danken IKEA hiermit für lustige Bastelstunden, dem Gefühl, ein Hotdog hätte gereicht, den mathematischen Rechenaufgaben wie viel Pakete unser Auto aufnimmt, für das Smaland, für all die streitenden Paare und Familien an denen wir uns selbst reflektieren konnten, für all die unnützen Dinge, die in unserem Keller stehen, für unendliche Reklamationsfahrten, für Kötbullar, den leckeren klebrigen Kuchen und die „one Season“ Gartenmöbel.

Unser Dank ist ernst gemeint, aber jetzt ist Schluss. Wir kaufen ab jetzt lokal beim Tischler, Händler um die Ecke, wo auch immer. Wir verabschieden uns ein für alle mal vom Designsozialismus des schwedischen Konzerns mit Sitz in den Niederlanden.

Glückwunsch Billy!

4 Gedanken zu “Ikea, Billy und die Family

  1. Beim Tischler würden wir auch lieber, aber leider ist der schwedische Möbelsozialismus immer noch am kompatibelsten mit unseren Möglichkeiten. Außerdem muß ich was nachholen, ich habe als Studentin keine Billys gehabt. Meine Mutter hat mir als Erstausstattung die damals schon relativ teuren IVAR Regale gekauft und die halten bis heute der wachsenden Bücherlast stand.

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