Die Rolle meines Lebens

Pixelautomat, wie soll dein Bild aussehen? copyright NixZen

Es ist schon etwas her, da bekam ich die erste Rolle meines Lebens. Sie war noch ohne Text und ich musste wenig Körpersprache einsetzen. Stunts kamen gar nicht drin vor. Trotz dieser geringen Anforderungen war es eine Hauptrolle. Mit den Jahren gab es immer wieder Änderungen an den Drehbüchern. Neue Autoren, Regisseure, Kameramänner und Frauen kamen hinzu. Mit der Schulzeit wurde die „Filmcrew“ immer zahlreicher und das Set immer größer.

All die aufgezählten Personen prägten meine ersten Rollen. Immer an meiner Seite blieben die Produzenten. Ich lernte die Rollen, die von mir verlangt wurden. Waren die Regieanweisungen gut und die Mitspieler ok, so waren auch die Produzenten zufrieden.

Mit zunehmenden Alter entschied ich immer öfter selbst, welche Drehbücher ich an nahm und wie ich die Rolle spielte. Auch die Requisiten und die Garderobe wählte ich selbständig aus dem Fundus aus. Neben den Medien, beeinflusste  jetzt auch die Gunst des Publikums, der Fans mein Spiel. Manchmal drohte ich mich zwischen Wünschen , Anforderungen und Selbstbild zu verlieren. Immer öfter klangen die Texte wie abgelesen. Ich überspielte die Schwächen mit Lifestyle Produkten und hübschen Filmpartnerinnen. Ich wollte ein „Filmstar“werden und durfte tatsächlich in manchen Blogbuster mitspielen. Doch es gab auch Zeiten, da durfte ich nur die Nebenrollen spielen oder musste gar als Statist herhalten.

Die Konsequenz: Die Ansprüche der Zuschauer, der Crew, der Autoren, der Produzenten und die vielen unterschiedlichen Rollen hatten mich vergessen lassen, was meine eigentliche Rolle im Leben ist. Jetzt bin ich fast soweit, meine Drehbücher selbst zu schreiben. Die Filme werden mit Freunden und Leiendarstellern als „Low Budget“ Produktion gedreht.

Ob ein „Blogbuster“ darunter ist oder nicht spielt keine Rolle mehr, Hauptsache alle haben Spaß am Spiel und wenn es die Zuschauer erfreut, umso besser.

Und es gibt Filme, die drehe ich ganz alleine nur für mich:-).

In diesem Sinne, Klappe die Erste!

Ein solcher innerlich Reicher bedarf von außen nichts weiter, als eines negativen Geschenks, nämlich freier Muße, um seine geistigen Fähigkeiten ausbilden und entwickeln und seinen inneren Reichtum genießen zu können, also eigentlich nur der Erlaubnis, sein ganzes Leben hindurch, jeden Tag und jede Stunde ganz er selbst sein zu dürfen.
Arthur Schopenhauer

2 Gedanken zu “Die Rolle meines Lebens

  1. Dein Drehbuch schreibst du schon immer selbst im Dialog mit den Lebenslaunen, manche sagen auch Schicksal dazu, Gottes Wille oder Zufall. Auch Regie hast du immer geführt. Die Regieassistenz haben zunächst deine Eltern, Lehrer und andere organisiert, zunehmend auch du. Und wenn der Regisseur zu wenig an sich glaubt, lässt er sich zu viel von den anderen am Set reinplappern … dann ist der Film nicht mehr sein Film. Und wenn er zu wenig auf die anderen achtet, geht es auch schief.
    Du hast ein schönes Bild entworfen.
    Nur Schopenhauer, der stört hier. Ich glaube, als Mensch war er ziemlich daneben, kluge Bücher hin oder her.

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  2. Ja, der gute alte Herr Schoppenhauer. Das Zitat ist es wert, an der Stelle gepostet zu werden, ob nun von ihm oder Herrn Hinzkunz.
    Da wir Beide Herrn Schoppenhauer nicht persönlich kennelernen konnten, projizieren wir etwas, was mit uns zu tun hat in seine Person rein.
    Da ich ein Befürworter des dualen Denkens bin, so war Schoppenhauer sicherlich daneben und mitten drin. Und wenn ich dich richtig verstehe, so war sein Drehbuch Gottes Wille oder Zufall.
    Der Ärmste!

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