Eintagsfliegen

copyright nixZen

Seit geraumer Zeit purzeln die Gedanken über neue Blogeinträge durch meinen Kopf. Es gibt so viele Themen, daß ich mich keines Themas annehmen kann. Es ist, wie die Situation vor einem Wegweiser mit unzähligen Richtungen, man weiß nicht in welche man gehen soll. Vielleicht liegt es an an meiner Grippe und dem Fieber. Auf dem Sofa liegend tauchte immer wieder das Wort „Eintagsfliege“ in meinem Kopf auf und durch fuhr ganze Speicherzentren meines Systems. Natürlich wollte ich erst wissen, was so eine Eintagsfliege biologisch gesehen so drauf hat und hab in bester Strg-Copy Manier recherchiert. Einen Satz fand ich sehr bereichernd:

Die „fertige“ Eintagsfliege existiert dann nur noch für die Fortpflanzung, sie nimmt auch keine Nahrung mehr auf. Nach der Begattung gibt sie aus dem Flug ihre Eier auf die Wasseroberfläche ab, um dann zu sterben.
Davor aber tanzt sie nach dem Schlüpfen mit unzähligen ihrer Kolleginnen ihren einen „Tanz des Lebens“ in der Abenddämmerung über dem nächsten Gewässer.

Quelle:

Irgendwie komme ich mir, inklusive meiner Umwelt selber vor wie eine Eintagsfliege. Alles um uns herum dreht sich immer schneller.

Nachrichten kommen und gehen. Wahrheiten werden geboren um gleich wieder zu sterben. Retter werden zu Tätern. Opfer zu Gewinnern. Sieger zu Verlieren. Nichtigkeiten zu „Top News“.

Ja man könnte denken, die Welt wäre ein Eintagsfliegen Tümpel geworden. Alles muss schnell gehen, schnell passieren. Allerdings stirbt es sich auch schneller. Heute geboren, Morgen tot. Wissen wir noch, was vor 4 Wochen die TOP NEWS waren? Vor 2 Wochen? Nachrichten, Informationen, Privates, Beruf, alles schießt uns in jeder freien Sekunde durch den Kopf.

Dabei ist es wichtig, nötig und unerlässlich über einige Dinge wirklich einmal länger nachzudenken. Die Hauptfrage könnte lauten: „Hey was machst du eigentlich hier und was ist, wenn du Morgen tot bist“. Man könnte sich auch fragen, ob die Welt und die Systeme so weiter funktionieren können. Es gebe unendlich viele Themen, die es wert wären, daß wir länger über sie nachdenken. Als „Eintagsfliegen“ haben wir einfach keine Zeit mehr, der Tag ist zu kurz für solch große Gedanken. Also werden wir jeden Tag wieder neu geboren, hetzen durch unsere Tage und sterben, bis wir endlich aus diesem Fiebertraum aufwachen.


4 Gedanken zu “Eintagsfliegen

  1. Den Ausdruck „Du musst“ verabscheue ich zwar, und es scheint verflixt schwer erreichbar, aber mir gefällt dies als Orientiertungshilfe trotzdem: „Du musst dein Leben auf eine Weise leben, die es dir erlaubt vollkommen zufrieden zu sein, selbst wenn dir jetzt der Atem ausgeht und du tot umfällst.“ Sawaki Kôdô hat’s gesagt. Was (für mich) nicht bedeutet, daß man erfüllt bekommt, was man wünscht, sondern das mit sich erfüllt, was man bekommt.
    upps. sie hat es schon wieder getan.

    Gefällt mir

  2. mhhh…denke gleich beim Spaziergang drüber nach. Ich denke man erfüllt sich, was man bekommt. Lese gerade Ramana Maharshi der Titel lautet “ Sei was du bist!“.
    Sind wir eigentlich immer.
    Kann mir vorstellen das du mit dem „Du musst“ nicht so klar kommst.

    Gefällt mir

  3. So, Sauerstoff ist im Gehirn angekommen.
    Ich versuche immer die Ursache zu finden, und die Symptome ersteinmal durch Nichtbeachtung einzudämmen.
    Frage wäre, warum sind wir unzufrieden? Frage wäre, warum Leben wir nicht so, wie wir wollen?
    Also ich bin zufrieden damit, manchmal unzufrieden zu sein. Sonst wäre es ganz schön langweilig.
    Und zu deiner Aussage: Was (für mich) nicht bedeutet, daß man erfüllt bekommt, was man wünscht, sondern das mit sich erfüllt, was man bekommt.
    Sehe ich dito.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s