Mist, ich bin noch nicht in Facebook…

Beim Betrachten dieses Bildes wird, über die nicht zugeklebte Kamera ihres Laptops ein Irisscan erstellt. Wir danken für ihre Mitarbeit.

Früher, als die Welt noch gut war, warnten besorgte Eltern ihre Kinder davor Geschenke von Fremden anzunehmen. Speziell, wenn es sich um Süßigkeiten handelte. Die Eltern wussten genau, mit Süßigkeiten erschleicht man sich Vertrauen bei den „Kleinen“. Süßigkeiten sind heute nichts besonderes mehr und die Kinder sind aufgeklärter.

Heute muss man die „Kinder“ mit sozialpsychologischen Süßigkeiten ködern. Schenke ihnen eine Plattform, wo sie oberflächlich betrachtet anonym kommunizieren können. Je mehr, umso schneller mitmachen, umso höher wird der soziale Druck dabei zu sein.

„Bist du nicht drin, bist du draußen“.

Die Plattform möchte, wie ein Tamagotchi ( ein Spielzeug aus einer vergessenen Zeit ) mit privaten Infos, Statements, Bildern gefüttert werden, nur so entsteht Traffic und den möchten alle haben. Der in jedem von uns innewohnende Voyeurismus erledigt den Rest. Wie eine in Gang gekommene Maschine, schaukelt sich der Datenfluss immer höher und immer mehr Geheimnisse werden preisgegeben. Man fühlt sich trotzdem anonym und die Angst, Infos zu verpassen, nicht dazu zu gehören macht abhängig und Co-abhängig.

Irgendwann, wenn wir nicht aufpassen zahlen wir nur noch mit Karte, kaufen nur noch online und benötigen gar keine implantierten Chips mehr. Wir geben unsere Postion und Laufwege über unser Smartphone selbst preis, lagern unsere Festplatten virtuell zu Google aus, benutzen online Softwareprogramme und sogar das Auto kommuniziert immer mit seinem Hersteller, rein aus technischen Gründen versteht sich. Vielleicht werden die automatischen Kassen  in naher Zukunft mit Irisscanner versehen, alles rein zu unserer Sicherheit. Der Einfachheit halber werden all diese Daten zentral gesammelt.

Stell dir vor, an dieser Stelle würden jetzt, genau in diesem Text, dein Name, deine Kredit/Kontonummer, ip Adresse, besuchte Internetseiten, Einkäufe, Tage deiner Periode ( bei Frauen), Fußballverein, Automarke, Adresse, Familienfotos, deine Freunde, Alkoholeinkäufe, Lesegewohnheiten, Parteizugehörigkeit, Hobbys … stehen. Yep, du wärst sauer auf mich. Nur, wir haben all diese Daten selber preisgegeben. Ein Großteil davon lässt sich jetzt schon online ohne Mühe rausbekommen, auch beim Schreiber dieses Blogs.

Und angefangen hat alles mit ein paar Zuckerbergen.

Fritz über Facebook Apps

Wie Facebook angelt

Zuckerlos geht doch.-)

Weltenzapper, verlöden wir?

13 Gedanken zu “Mist, ich bin noch nicht in Facebook…

  1. Das hatte ich mal vor Jahren gespeichert:

    Telefonistin: ‚Pizza Hut, Guten Tag.‘

    Kunde: ‚Guten Tag, ich möchte gerne eine Bestellung aufgeben.‘

    Telefonistin: ‚Das ist möglich. Was ist bitte Ihre ID-Nummer?‘

    Kunde: ‚Meine ID-Nummer ist die 222 0033653 52 ( callto:+3365352 )‘

    Telefonistin: ‚Vielen Dank Herr Schönborn, geboren am 01.04.1950 ( callto:01041950 ). Sie wohnen in der Hügelstraße 234, Ihre Telefonnummer dort ist die 069 xxxxxxxxxxx.
    Ihre Telefonnummer in Ihrem Büro bei der Firma Doxia ist die 069-yyyyyyyy und Ihre Handynummer ist die 0166 ( callto:0166 )-zzzzzzzzzz.
    Von wo rufen Sie uns jetzt an?

    Kunde: ‚Eeh…. ich bin zuhause. Woher haben Sie all diese Informationen über mich?‘

    Telefonistin: (stolz) ‚Wir sind am EG-ID-System angeschlossen.‘

    Kunde: (hörbarer tiefer Seufzer) ‚Also gut! Ich hätte gerne zwei Pizzas mit viel Wurst und Fleisch.‘

    Telefonistin: ‚Entschuldige mein Herr, aber ich denke, dass das nicht eine so gute Idee ist.

    Kunde: (erstaunt) ‚Wie meinen Sie das?‘

    Telefonistin: ‚In Ihren medizinischen Daten sehe ich, das Sie an hohem Blutdruck leiden und sie haben einen viel zu hohen Cholesterinspiegel. Ihre Krankenkasse wird sich bei einer derartigen schädlichen Essgewohnheit weigern zu zahlen, wenn Sie dann krank werden.‘

    Kunde: ‚Oh weih! Was würden Sie dann empfehlen?‘

    Telefonistin: ‚Weshalb versuchen Sie nicht mal unseren Pizza mit Joghurt und Soja? Das wird Ihnen bestimmt schmecken.‘

    Kunde: ‚Darf ich fragen weshalb Sie sich so sicher sind, dass ich das lecker finde?‘

    Telefonistin: ‚Sie haben sich neulich das Buch ‚Leckere Rezepte mit Soja‘ von ihrer lokalen Bücherei ausgeliehen‘.

    Kunde: ‚Nun gut. Ich hätte gerne zwei Große. Wie viel muss ich bezahlen?‘

    Telefonistin: Ja, zwei große Pizzas müssten reichen für Sie, Ihre Frau und Ihre vier Kinder. Es kostet 39,99 Euro.

    Kunde: ‚Ich gebe Ihnen dann die Nummer meiner Kreditkarte.‘

    Telefonistin: ‚Entschuldigen Sie, aber sie haben Ihr monatliches Maximum Ihrer Karte schon überschritten. Sie werden uns bar zahlen müssen.‘

    Kunde: ‚Ich gehe jetzt dann schnell zum Geldautomaten und hebe den Betrag ab.‘

    Telefonistin: ‚Auch das geht leider nicht, denn auch Ihr Bankkonto steht schon im Minus.‘

    Kunde: ‚Das ist aber mein Problem. Schicken Sie die Pizzas und ich werde dann das Geld schon haben. Wie lange wird es dauern?

    Telefonistin: ‚Wir sind leider etwas im Verzug, aber sie bekommen die Pizzas in 45 Minuten geliefert. Wenn Sie es eilig haben, können Sie sie natürlich auch hier abholen, aber der Transport auf einem Motorrad wird doch schon problematisch sein.‘

    Kunde: ‚Wie wissen Sie denn jetzt schon wieder, dass ich ein Motorrad besitze?‘

    Telefonistin: ‚Ich lese hier, dass sie die monatlichen Zahlungstermine für Ihr Auto nicht einhalten konnten und deshalb Ihr Wagen gepfändet wurde. Aber Ihre Harley ist bezahlt und ich dachte mir, dass Sie die benutzen würden.‘

    Kunde: ‚@#%/$@&?#!‘

    Telefonistin: ‚Mein Herr, darf ich bitten höflich zu bleiben. Sie haben schon am 18. Juli 2008 ein Bußgeld auferlegt bekommen, weil Sie einen Polizisten beleidigt haben.‘

    Kunde: ‚ ‚(Sprachlos)

    Telefonistin: ‚Möchten Sie noch etwas gnädiger Herr?‘

    Kunde: ‚Nein, danke. Ach ja, doch. Vergessen sie bitte nicht die zwei gratis Liter Cola mitzuschicken, wie es in Ihrer Annonce steht.‘

    Telefonistin: ‚Es tut mit wirklich Leid, aber eine Ausschlussklausel in unserer Werbung verbietet es uns, kostenlos zuckerhaltige Getränke zu liefern an Kunden, die an Diabetes leiden.‘

    Irgendwann bleibt einem das Lachen im Hals stecken 🙂
    LG

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  2. Es gibt so esoterische Gerüchte, wir erschaffen mit unseren Gedanken die Welt um uns herum. Bist du das etwas alles Sweetkoffie. Hör sofort auf so Sachen zu denken.

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  3. Man muss ja noch nicht mal Mitglied bei facebook sein. Es reicht, wenn Menschen, die mich persönlich kennen, sich keine Gedanken machen und die angebotenen Zückerle schlecken, schwupps sind meien Daten bei facebook: http://mayarosasweblog.wordpress.com/2010/06/02/facebook-und-der-datenklau/
    Legal, illegal, ist Herrn Zuckerberg scheißegal – wenn ich das mal so offen sagen darf.
    Und wie du schreibst, ist facebook nur eine Datensammelstelle von vielen. Eine andere einflussreiche sind die Auskunfteien, bekannt unter Namen wie Schufa, creditreform etc. Habe im Herbst einen Selbsttest gemacht. Das Ergebnis war ernüchternd: http://mayarosasweblog.wordpress.com/2010/11/21/big-brother-und-die-bonitat/
    Buchtipp: Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess. (Roman) Und Zeh zusammen mit Ilija Trojanow: Angriff auf die Freiheit. (Sachbuch)

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  4. Hi, ich habe passend dazu diesen Artikel der Berliner Zeitung vom 8.12.2010 gespeichert. Titel: Der Unsichtbare – wie Google die Gewohnheiten seiner Nutzer ausforscht und strategisch nutzt : http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1208/medien/0050/index.html. Schade, irgendwie klappt es mit dem Link offenbar nicht. Aber in eine Suchmaschine eingeben (Autor heißt Patrick Beuth) oder im Archiv der Zeitung suchen. Lohnt sich! LG aus Berlin, Elvira

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  5. Ich hab das google Buch gelesen und war sprachlos, betroffen und …, scheiß auf google!
    Hab ich das gerade gesagt?

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  6. Yep! Das Schlimme ist, ich habe den Zeitungsartikel nicht gleich in meiner Dateibank gefunden (müsste mal wieder aufräumen, aber das ist virtuell genau so mühsam wie in der Realität). Und was mache ich? Googeln! Das nennt man: Vor lauter Blindheit den eigenen blinden Fleck nicht sehen oder ganz einfach „Inkonsequenz“.

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  7. Danke! Habe sofort mal reingeschaut. Ich beschäftige mich erst kurz mit dieser Problematik. Das fing an, als mir jemand von stayfriends erzählte und ich mich dort anmeldete um alte Schulfreunde ausfindig zu machen. Das hat zwar gut geklappt – habe meine damals beste Freundin wiedergefunden – aber ich hatte ein irgendwie merkwürdiges Gefühl bei der Sache. Nach sehr kurzer Zeit habe ich mich wieder abgemeldet. Seitdem habe ich mich erst mit dem Thema befasst und viel gegoogelt. Hab da ja auch viel Infos gefunden, das ist ja nicht das Ding. Bis es aber richtig im Oberstübchen geklickt hat, hats halt noch gedauert. Aber ich bin ja noch lernfähig. Gute Suchmaschine übrigens! Schönen Tag noch!

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