Voll in die Eier

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Alle Jahre wieder geben sich die Skandale der Lebensmittelindustrie die Klinke in die Hand. Immer beginnen diese Skandale gleich. Es beginnt mit der Nachricht, dass kein Grund zur Beunruhigung besteht. Meistens werden noch ein paar „Blendinfos“ gestreut, im konkreten Dioxin-Eierskandal kam das vergiftete Hühnerfutter erst aus der Ukraine und schließlich doch aus Deutschland. Erst waren angeblich nur Bio-Eier betroffen und kurze Zeit später ist nicht mehr klar seit wann, wer, wie mit verseuchten Hühnerfutter beliefert wurde. Die Bio-Eier waren auf einmal nicht mehr belastet. Die Probe, welche zum Skandal führte, lag angeblich einen Monat rum, bevor sie getestet wurde.

Ob Dioxin, Hormone, Antibiotika und so weiter, die Lebensmittelindustrie will anscheinend der Chemieindustrie den Rang ablaufen. Man muss leider davon ausgehen, das die Gefährdung des Verbrauchers ein einkalkuliertes Risiko ist. Aber auch wir, die Verbraucher, die Regierung und die EU sind gefordert. Brokkoli im eingeschweißten Plastik muss nicht sein. So gut wie jedes Lebensmittel ist verpackt. Kaffeportiönchen aus Aludöschen, welche nur in der Nestle-Maschine zubereitet werden können produzieren außer fragwürdigen Kaffee noch eine Menge teuren Müll.

Glühbirnen werden verboten und Lebensmittel bis zur Unkenntlichkeit verpackt, eingeschweißt und zugeklebt. Wer Filme über die Kaffeeproduktion in Vietnam gesehen hat, oder einmal eine Hühnerfarm besuchen durfte, den bleiben besagte Lebensmittel im Halse stecken. Aber so lange wir ja nur die bunten Verpackungen kaufen, die mit ihren eingeschweißten Plastik uns klinische Reinheit vorgaukeln, fallen wir weiter auf die billigen Tricks der Lebensmittelindustrie-Multis rein. Wer es sich leisten kann und die Möglichkeit hat, sollte lokale Bio- Produkte kaufen, am bestem beim Erzeuger. Manche Auswüchse der Lebensmittelindustie sollten wir einfach im Regal stehen lassen, wer kauft schon gerne Sondermüll oder Hormone in Plastikwasserflaschen. Jeder sollte sein persönliches Fazit ziehen und es muss ja nicht immer alles im Kühlschrank stehen. Zumindest Italien geht jetzt der Plastiktüte an den Kragen:-).

Übrigends, jetzt keine Hühnereier zu essen ist gar nicht so einfach, schon einmal überlegt, wo Hühnereier überall verabeitet werden/wurden:-((.

07.01 Nachtrag: Jetzt gehts auch den Schweinen an den Magen. Das Dioxin in Futtermitteln ist schon seit Monaten im Umlauf, warum wundert mich das nicht?!

Kennziffern verseuchter Dioxin- Eier/NRW

Wee feet the world

Seite von foodwatch

15 Gedanken zu “Voll in die Eier

  1. Vor allem, weil wir nicht wissen, wie lange wir uns schon mit diesen Eiern und ihren Weiterverarbeitungen ernähren, wirkt das hässlich, denn ich glaube auch nicht daran, daß man das nicht vor der Weihnachtsbäckerei- und Feiertags-Schlemmerei gewußt haben soll. Es ist ärgerlich, wenn man das Gefühl hat, daß überall Konzessionen an die Wirtschaftstreibenden gemacht werden, an die Arbeitgeber, die bei den Krankenkassenbeiträgen auch wieder den geringeren Anteil zu zahlen haben, obwohl die langfristig steigen werden, weil für die Behandlung von Krankheiten, die verursacht werden durch ihr geldgieriges Fehlverhalten, logischerweise höhere Kosten für die alle Arten von Sozialkassen anfallen.
    Die durch die Abschaffung der Wehrpflicht nicht mehr verfügbaren billigen Zivis sind noch gar nicht als Kostenfaktor berücksichtigt. Man fragt sich, wann als Ersatz für sie das allgemeine zivile „Pflichtjahr“ kommt, das unsere Großeltern bzw. Eltern ja auch schon mal gemacht haben … bah-igitt.

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  2. Vielen Dank für den Beitrag! Ja, da hilft nur einkaufen bei einem Biobauern, die es Gott sie dank am Stadtrand von Bielefeld und auf den Stadtteilmärkten gibt! Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht, dass wir uns aufgrund der Arbeitsbedingungen und persönlichen Lebensumstände zu wenig Zeit für das Einkaufen und die Nahrungszubereitung nehmen (können). Auch liegen die Öffnungszeiten der Märkte nicht für jeden außerhalb der Arbeitszeit. Was tun? Einen täglichen Biomarkt von Biobauern aus der Region auf dem neuen Kesselbrink! Und, es ist rationeller für eine Gruppe statt für einen Single (oder auch zwei) einzukaufen und zu kochen! Also sich gegenseitig informieren, (Wohn-)Gemeinschaften gründen, den Gemeinschaftssinn stärken und wenn möglich, einen Teil des Zierrasens im Garten für den Anbau von eigenem Gemüse nutzen! Ein Zimmer ist in unserer WG noch frei!

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  3. Bio Markt auf dem Kesselbrink fände ich wünschenswert.
    „Gemeinschaftssinn stärken“ das werden wir in jedem Fall machen müssen

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  4. ah, ja. früher hab ich auch mal geglaubt, hinter allem steckt ne ganz böse Verschwörung. sone Art industrieller Militärkomplex. inzwischen denke ich. nee. das is einfach menschliche Gier. und da haben wohln paar ne Chance gewittert ^^

    Ja, wo leben wir denn ?? In der freien Marktwirtschaft (H)

    aso. witzig. dass jetzt die Linken-Chefin Lötzsch ein Bekenntnis zum Kommunismus abgibt -> http://www.spiegel.de/spam/0,1518,738171,00.html

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  5. Bin ganz deiner Meinung. Aber im Alltag doch inkonsequent. Klar sollte man Müll vermeiden, statt trennen. Und ich bin -theoretisch- ein Feind des Gelben Sacks. Aber nicht praktisch. Im Alltag ist es einfach mühsam, sich die einfachst verpackten Lebensmittel rauszusuchen. Und dann schmecken vielleicht doch die Cornflakes in zig Umverpackungen besser, als das Müsli in der Folie. Und welchen Teepackungen sieht man denn an, ob die einzelnen Teebeutel noch mal ein Kleidchen anhaben. Und wenn ich das dann weiß, hab ich es beim nächsten Einkauf schon wieder vergessen.
    Ich besaß sogar mal müllmissionarischen Eifer! Leider ist der mir vor ca.15 Jahren abhanden gekommen.
    Zum Essen: Ein Orangensaft ohne Orange drin ist auch viel billiger. Und wenn einer Hartz4 bekommt, dann kann man es ihm vielleicht auch nachsehen, wenn er den Billigheimer kauft. Wertvolles Essen ist halt auch eine Geldfrage. Von daher hab ich auch keine Sorge, das Symrise weiter gut verdient. Aber noch mal zum Müll, du hast mich auf eine Idee gebracht. Durch mein ganzens Restlebensgedöns habe ich das große Thema meiner Jugend weitestgehend vergessen. Aber ich werde mal einen Selbstversuch machen: 1 Woche müllreduziert einkaufen.
    Mal sehen, was meine Kinder dazu sagen. Gilt es auch, wenn man die Umverpackungen an der Kasse demonstrativ zurückgibt?

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  6. Yep, wir sollten auch eher beim Einkauf auf weniger Verpackung achten, oder durch den Gesetzgeber dafür sorgen.
    So gibt es Zuhause weniger Problem. Warum Gemüse eingeschweißt wird ist mir ein Rätsel. Allein, wenn die Geschäfte keine Plastiktüten mehr rausgeben wäre ein großer Teil Müll verschwunden.

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  7. Hat es Sinn, Umverpackungen an der Kasse zurückzugeben? Ich bin mir nicht sicher.
    Wahrscheinlich nur, wenn das 60 % aller Einkaufenden über mehrere Monate tun.

    Alleine hat das keinen Sinn. Ich weiß. Die Frage ist also beantwortet. Und meine Wandlung von der Müllmissionarin zur Stoikerin ist auch erklärt.

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  8. Schon, du must den Kram nicht nach Hause schleppen um in dann zu entsorgen, sondern die Märkte bleiben drauf Hängen und würden sich bei einer größeren Anzahl von Verbrauchern schon Gedanken über Verpackungen machen. Wenn es denen Geld kostet tuts weh:-)

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  9. Der Dioxin-Skandal reiht sich in eine lange Liste von Lebensmittelskandalen, die wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten erdulden mussten und, seien wir mal ehrlich, schon wieder vergessen haben. BSE, Wein, Küken (da war schon mal was mit Eiern), Mäusekot-Mozzarella, Fadenwürmern, Gammelfleisch, Fischmehl aus mit Antibiotika verseuchten Garnelen, Kontaminierte Körner, Dioxin-Schweine, Gammel-Eier, …
    Erschrecken breitet sich aus, weil die Verunreinigungen heimtückisch sind, niemand weiss, wieviel er davon zu sich genommen hat und welche Spätfolgen zu erwarten sind. Dennoch werden wir uns nie und nimmer davon befreien können, solange wir industriell erzeugte Lebensmittel konsumieren. Auch Bio ist für mich keine Lösung, weil ich nicht weiss, was da wirklich drin ist. Also bleibt nur, auf den nächsten Ekel-Skandal zu warten und ihn wieder zu vergessen. Oder Selbstversorger zu werden.
    Die Lebensmittelbehörden werden uns nicht retten, weil die kostenbewussten Unternehmer kreativ neue Wege finden werden, ihren Gewinn zu maximieren.

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  10. 50 % ( gefühlt und optisch) weniger im gelben Sack, im speziellen keine Tetrapacks mehr und keine Plastikflaschen.

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