Warum wir über das Wetter reden

25.01 Bielefeld, copyright nixZen
25.01 Bielefeld, copyright nixZen

 

Beim Schreiben dieser Zeilen fallen tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen durch meine Fenster. Obwohl der WDR einen dunklen, regnerischen Tag angekündigt hat und sich ein Teil der morgendlichen Moderation um „ den heutigen Mistwettertag“ drehte. Vom Gefühl her würde ich sagen heute ist nicht mein Tag. Viele Tage in den letzten Monaten waren nicht „meine besten Tage“. Würde ich in diesem Moment des Schreibens jemanden begegnen, zum Beispiel den Leser dieser Zeilen, ich würde nicht über meinen persönlichen Kummer reden. Wahrscheinlich würde der Gesprächseinstieg mit dem heutigen „Miesewetter“ beginnen.

Das Wetter = Emotion?

Es gibt Studien zum Thema Wetter und Emotionen. Zumindest ich kann, über das Wetter versteckt, ein wenig von meinem Kummer preisgeben. Solche Gespräche entlasten unbemerkt und führen manchmal sogar zu einer positiveren Sichtweise. Die meisten „Wettergespräche“ führen nicht selten in längere, intensivere Gespräche. Oft beginnen Gespräche mit bisher unbekannten Personen über das Thema Wetter. Eine englische Studie behauptet, dass wir 6 Monate unseres Lebens damit verbringen, über das Wetter zu reden. 58% der Menschen benutzen das Wetter als Gesprächseinstieg bei Menschen, die sie zum ersten Mal treffen. Bundesweit gibt es ca. 135 Millionen Wettergespräche täglich. Die Bielefeder Zahl dürfte prozentual deutlich höher liegen, denn über Fußball lohnt es sich nicht mehr zu reden.

Die heutigen Wetterdaten für Bielefeld finden sie hier:

Bielefeld Webcams

Welt online über das Wetter

10 Gedanken zu “Warum wir über das Wetter reden

  1. Allgemein ist das wohl zutreffend und üblich und schönes Wetter ist bei persönlich schlechten Tagen zumindest eine Annehmlichkeit. Obwohl ich auch schon Leute habe klagen hören, daß es /wenn es schön ist, weil die nicht das machen können, was sie gerne täten … es wird zu viel gejammert in dem Zusammenhang, da ist es mir lieber, die Menschen sagen, daß es ihnen gerade persönlich nicht so gut geht, egal wie das Wetter ist. Kommt immer drauf an wie, nicht auf das Thema an sich.

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  2. Es muss nich immer eine Klage sein. Man kann ja auch sagen: “ echt geiles Wetter heute“ und meint eigentlich, „mir geht es voll klasse, bin totatl gut drauf“
    Hört man nur nicht so oft.
    Ich denke wir brauchen das Jammern, speziell in Deutschland und ich meine es nicht negativ a la Jammern auf hohem Niveau.
    Die deutsche Gesellschaft ist nicht einfach zu durchleben, wir sind alles andere als locker, da ist Jammern oft der einzige „Rausweg“.

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  3. „Jammern“ als Synonym für Thematisieren und Eingestehen von Unannehmlichkeiten und Beeinträchtigungen seiner wirklich persönlichen Gefühlslage als Gegenentwurf zum nervtötenden oberflächlichen nordamerikanischen „Keep Smiling“Betongrinsen – ja, unbedingt brauchen wir das. Schade nur, daß man sich hierzuland mit der Freude aber genauso schwertut.

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