Und sie ist doch ganz schön

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Es ist schon ein wenig seltsam, wie wir Menschen uns bemühen, dem Planeten auf dem wir Leben das Licht auszublasen. Was treibt uns dazu, täglich, stündlich,  in jeder Sekunde unseres Daseins etwas zu tun, was womöglich die Dauer der Menschheit verkürzt. Kein Tier und auch nicht die pflanzliche Welt ist so akribisch damit beschäftigt seinen eigenen Lebensraum zu vernichten. Irgendwann in einer längst vergessenen Vergangenheit muss es bei dem Menschen zu einer falschen Programmierung gekommen sein. Ab diesem Zeitpunkt war er sich selbst nicht mehr genug. Zu seinem anbetungswürdigen, goldenen Kalb wurde das Geld, der Reichtum. Damit verbunden sucht er seit dem nach Macht und Anerkennung für sein Ego. Die Jagd, nach dem angeblich, alle Probleme lösenden „Kalb“ ,trieb ihn in immer neue Abhängigkeiten. Nur wenige Menschen können sich an der Reichtums-Spitze ausruhen. Die Mehrheit versucht, wie ein Hamster im Rad den Gipfel zu stürmen. Geblendet, von der nur vergoldeten Spitze. Die wenigen Gipfelbewohner erfinden täglich neue Hamsterräder, denn dort Oben ist nur Platz für ein kleine Anzahl „ Gipfelbewohner“. Die Bewegung in den Hamsterrädern heizt die Atmosphäre und die Stimmung unter den „Läufern“ auf. Immer Neue steigen in die Räder mit ein, ohne Rücksicht auf mögliche Folgen für Natur und Planet. So lange all diese Läufer in Bewegung bleiben, haben sie nicht viel Zeit zum Nachdenken. Dabei ist es sehr einfach aus dem Rad auszusteigen. Man muss noch nicht einmal das Kalb schlachten, es reicht einfach seinen Blick abzuwenden und sich auf die existentiellen, wesentlichen Dinge zu konzentrieren.

Denn noch ist sie doch ganz schön, unsere Erde.

Patrick Watson – Big Bird In A Small Cage
Lyrics

20 Gedanken zu “Und sie ist doch ganz schön

  1. Hallo erstmal,
    wir kennen uns noch nicht, habe aber kürzlich hier ein Abo genommen, ohne mich vorzustellen. Wie unhöflich von mir! 😉

    Ansonsten bin ich ganz Deiner Meinung, was das Thema des Blogs angeht. Hoffentlich dauert es nicht mehr lang, bis die Menschen das erkennen, denn sonst ist es sicherlich zu spät.
    Ein sehr treffender und auch sehr hübscher Song 🙂

    Herzliche und hoffnungsvolle Grüße
    Andrea alias „die Suppenköchin“

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  2. Ebenfalls hallo und willkommen!
    Ja, der Patrick Watson hat ein paar wirklich schöne Songs auf Lager.
    Zitat“ Hoffentlich dauert es nicht mehr lang “
    Das ist so eine Sache mit der Zeit, was. Was ist lang, was ist kurz, wohl immer eine Sache des Standpunktes. Aber ich bin da guter Dinge.-).
    Herzliche Grüße zurück,
    Alias Andre, „der Suppenesser“

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  3. Ich sehe die ganze Sache ein bisschen anders. Die Erde hat schon unendlich viele Katastrophen erlebt, viele waren so schlimm das beinahe das gesamte Leben auf unserem Planeten vernichtet worden wäre. Der Mensch zerstört seinen Lebensraum nicht, er gestaltet ihn, wir nehmen aktiv Einfluss auf unsere Umwelt. Das das nicht geht ohne dabei andere Arten zu gefährden oder aus zu rotten ist unvermeidlich, aber so spielt nunmal die Natur. Eines Tages wird es den Menschen nicht mehr geben, dann wird auch er zu den 99,998% aller Tierarten gehören, die es je auf der Erde gegeben hat.
    Das was ich hier schreibe soll natürlich kein Freifahrschein für uns sein zu machen was wir wollen, ohne Rücksicht auf Verluste eben frei nach dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel. Was ich sagen will ist, dass es utopisch ist an zu nehmen, wir würden uns irgendwann mal grundlegend ändern. Doch das heißt nicht, dass wir es nicht versuchen können.

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  4. 🙂 ich hab den Kommetar jetzt zwei Mal gelesen und musste schmunzeln ( nicht ironisch).
    Thx und willkommen

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  5. „Irgendwann in einer längst vergessenen Vergangenheit muss es bei dem Menschen zu einer falschen Programmierung gekommen sein.“
    Vielleicht ist der Mensch an sich ist ein Konstruktionsfehler der Natur. Da ist was schief gelaufen. Wenn ich das mit der Schöpfungsgeschichte recht erinnere, hat Gott den Menschen geschaffen, bevor sich ausruhte. Vielleicht hat er sich gar nicht ausruhen wollen. Vielleicht hat er einfach nur gemerkt, dass er einen Riesenfehler gemacht hat und in Schreckstarre verfallen 😉

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  6. Schön geschrieben. Ruhig geschrieben, ohne langweilig zu werden. Die Erde, da gebe ovesworld Recht, hat andere Katastrophen als den Menschen überstanden. Die Menschheit schafft sich binnen der nächsten Jahrhunderte wohl selber ab oder dezimiert sich selbst auf ein erträgliches Maß. Es ist erstaunlich wie die Selbstheilungskräfte der Natur wirken können. Der Mensch schafft sich selber ab. Bis dahin sollte wir uns daher darauf konzentrieren, was wir hier in dieser Zeit, die uns gegeben ist, anfangen wollen. Reichtum von materiellen Dingen? Tja, schade, dass man das Papiergeld nicht essen kann und auch Gold liegt bestimmt schwer im Magen, auch hat man keine weitere Verwendung dafür, wenn man tot ist und während der Lebensspanne kann das bunte Papier und das glänzende Metall die oder andere Annehmlichkeit einräumen, mehr aber auch nicht. Alles andere schafft man sich selber: Liebe, Zeit und Entspannung. Das alles kann man nicht kaufen, oder aber ich habe den Laden noch nicht entdeckt. Aber ich bekomme es ja auch umsonst. Durch mich. Danke für den Blogeintrag.

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  7. Mitte der 1970er Jahre sah ich den Film : „Jahr 2022… die überleben wollen“. Ich war schockiert, der Inhalt hat mich unglaublich betroffen gemacht. Ich erinnere mich, dass ich im Büro mit einer älteren Kollegin (so alt wie ich heute oder ein klein wenig älter) darüber sprach. Ihre Worte erschütterten mich damals: „Ach, wissen Sie, die Dinosaurier sind auch ausgestorben, aber die Erde existiert noch. Wir werden auch mal aussterben, damit müssen wir uns abfinden. Wir sind die gefährlichsten Raubtiere der Welt.“ Jahrzente später gebe ich ihr, was den letzten Satz betrifft, uneingeschränkt Recht. Und das Perverse ist, jeder Mensch würde sofort den Satz unterschreiben, dass diese Welt schön ist.
    Bei dem Song fiel mir sofort „white bird..(in a golden cage) von it´s a beautiful day“ ein.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!

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  8. Also ich denke ja nicht, das die Dinos ausgestorben sind. Sie haben sich nur weiterentwickelt und nennen sich jetzt Mensch.-)

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  9. Also, dass die Dinos ausgestorben sind, da braucht man sich denke ich nicht groß weiter drüber unterhalten. Aber das der Mensch das schlimmste Raubtier sein soll, da bin ich mir nicht so sicher. Wir jagen ja in dem Sinne keine Tiere um sie zu essen, oder besser, es gibt zwar Jäger aber im vergleich zu unserem täglichen Verbrauch an Fleisch ist die Menge, die durch Jagen gedeckt wird verschwindend gering. Wir machen unsere Welt so, wie wir sie brauchen, nehmen unseren Anteil und verändern ihn so sehr, dass kein anderes Tier davon profitieren kann. Die ganzen großen Fleischfresser sind in zivilisierten Ländern so gut wie ausgestorben weil wir unser Vieh wegschließen und die Tiere töten, die ihnen zu nahe kommen. Pflanzenfresser gäbe es an und für sich ja mehr als genug, doch wir beanspruchen alle für uns. Aus evolutionärer Sicht machen wir das, was auch alle anderen Tiere machen, wir beanspruchen eine bestimmte Nische für uns. Was uns aber von allen anderen Tieren unterscheidet ist, dass wir uns unsere Nische selbst erschaffen und damit einen unnatürlichen Lebensraum schaffen, der eben nur von wenigen anderen Tieren bewohnt werden kann. Zu diesen großen Gewinnern zählen zum Beispiel Tauben, Mäuse, Ratten usw.
    Aber Kopf hoch, im Durchschnitt bringt es jede Art nur auf 400.000 Jahre bis sie ausstirbt und der Mensch hat seinen Scheitelpunkt schon überschritten. Dann kann sich die Natur wieder mit so Kleinigkeiten wie Asteroiden und Vulkanen beschäftigen und muss sich nicht mehr mit dem Mensch rum ärgern.

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  10. Ich bin ja ein Wiedergeburt-Denkender. Wenn dem so ist, finde ich Ratte gar nicht schlecht, Saatkrähe wäre mir lieber. Mit Taube hab ich es nicht so.

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  11. @ovesworld: Der Vergleich der Kollegin mit dem Raubtier hinkt natürlich, es hätte „gefährlichste Säugetier“ heißen sollen!
    @NixZen: Der Gedanke einer Wiedergeburt ist schon reizvoll, nicht wahr? Wenn jeder daran glauben würde, würde es auch wieder Respekt vor jeder Lebensform geben.

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  12. Ich glaube, man bekommt da ein anderes Bild zu Tieren wenn man sich überlegt, dass es auch ein Mensch den man gekannt und geliebt hat sein könnte. Also wirklich ein schöner gedanke…

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