Wie viel Medienkatastrophen verträgt der Mensch?

Erinnert  sich noch jemand an den Golf von Mexiko, an Deepwater Horizon. Eine der größten Ölkatastrophen der Geschichte und wohl eine der größten PR Erfolge für ein Aktienunternehmen.

Niemand spricht mehr vom Ende der Tiefsehbohrungen und den Risiken. Das Öl wurde mit Chemie auf den Meeresboden gedrückt, der Rest mit Öldollar bezahlt. Im Golf von Mexiko darf wieder gebohrt werden, aber jetzt bitte besser aufpassen.

Gestern war der Knöchel der schwedischen Königen Sylvia wichtiger als die täglichen steigenden Strahlenwerte aus Japan.Top News war der Wechsel eines Parteivorsitzenden. Einer Partei, die in in der Wahlstatistik bald unter „Sonstige“ zu finden ist.

Die Medien reagieren auf Angebot und Nachfrage. Je länger die Strahlenwerte veröffentlicht werden, desto mehr erlahmt das Interesse der Menschen an diesen Zahlen. Medien können Betroffenheit auslösen, Panik, mögen Wahlsieger hervorbringen, aber sie können auch einschläfern, verwässern und uns abgestumpfen lassen. Wir sollten wachsam bleiben und mehr zwischen den Zeilen lesen, dort stehen die wirklichen Nachrichten.

Mal schauen, was als nächstes ganz oben steht.

VillagersSet the Tigers Free Lyrics

7 Gedanken zu “Wie viel Medienkatastrophen verträgt der Mensch?

  1. „Gott und das Böse
    von Rebekka Reinhard, Philosophin und Autorin

    …..Im Allgemeinen sterben wir nicht vor Kummer, wenn wir die Zeitung aufschlagen und von Nuklearkatastrophen, Krebserkrankungen und anderen unbegreiflichen Übeln lesen. Wir überdenken auch nicht plötzlich unsere bisherige Lebensführung. Und was wir selbst durch bloße Gleichgültigkeit an Übeln in die Welt gebracht haben. Wir denken „Schrecklich!“ und blättern erst mal weiter zu den Ergebnissen der Bundesliga….“

    (Aus der heutigen Kolumne der Autorin in der Berliner Zeitung)

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  2. Der Knöchel? OMG, das hab ich über die Trauer von Knuts Tod ganz versäumt, mitzuverfolgen.
    Wie viel Leid kann der Mensch aufnehmen? Ich stehe doch selbst wie gebändigt vor den Nachrichten und weiß nicht, wie damit umgegangen werden soll. Mein Kopf ist ein Sieb, wenn alles Leid gespeichert werden würde, könnte ich mir die Waffe an die Schläfe setzen und abdrücken.
    Oder nicht?

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  3. Frage ist mehr, wie verkaufen die Medien Leid? Nachricht ist zum Geschäft verkommen, wirklich Informationen bleiben oft auf der Strecke. Nachrichten werden gefiltert, uns erreichen gar nicht mehr alle wirklichen Informationen.
    Warum bringt eine lokale Tageszeitung schreckliche Unfall Bilder eines Autobahnunfalls, was nützen mir diese Infos.
    Solche Dinge nehme ich nicht mehr auf, lese sie nicht mehr. Sie sind pure Sensationsgeilheit auf dem Rücken der Opfer. Andere Informationen können uns aber helfen unser Leben zu überdenken, neu zu gestalten. Die Informationsmedien sind zu Zirkuspferden verkommen die im Kreis laufen.
    Mag sein das mal eines der Tierchen ausbricht aus der Runde.Und ey Mietze, du hast ne Waffe???

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