Game over!

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Lautet der Satz für Verlierer am Ende eines jeden Video Spiels. Die Finanzmärkte sind kein Videospiel und im Moment gleichen sie eher einer Schiffskatastrophe. Die Ratten verlassen die sinkenden Schiffe, Frauen und Kinder werden zurück gelassen, die Kapitäne verkünden über Lautsprecher alles sei in bester Ordnung und die Musik spielt zum Tanz.

Es ist Sommer, das Leben ist schön und was soll schon passieren.

Die Finanzmathematik kann es im Voraus berechnen, Wirtschaftsnobelpreisträger haben vor Jahren schon gewarnt. Der Finanzkapitalismus mit seinem Zinseszins und seinen ungebremsten Zockerspekulationen dümpelt seinem Ende und möglichen Neubeginn entgegen. Viele werden ertrinken, Einige überleben und ein paar Gewinner werden die versunkenen Ozeanriesen bergen und wieder flott machen. Die einfachen Passagiere werden womöglich ertrinken und falls sie überleben für ihre Rettung teuer zahlen. Die Zusammenhänge werden sie wohl nie durchschauen.

Im Keller fand ich unter Erbstücken ein spannendes Buch von 1947, Geld, Börsen, Banken von Adolf Weber. Der Autor warnt im Vorwort der 1. Auflage von 1939 vor der amerikanischen Kredittheorie des Zinseszins. Beim Lesen des Buches hatte ich den Eindruck es wäre vor 2 Jahren geschrieben worden. Wie auch immer dieser Sommer enden wird, die Finanzmärkte, beispielsweise der USA,  können sich nur durch Währungsreformen oder durch „ Zaubertricks“ retten. Mathematisch gesehen sind sie pleite.

Kleines Filmchen aus dem ZDF zum Thema:

29 Gedanken zu “Game over!

  1. Denn ich wette das ein Posting über Bielefelder Hundhaufen mehr Kommentare und Traffic bekommt, als dieses doch nicht unwichtige Posting.
    Daher ist „Denken“ über neue Formen wirtschaftlichen Hande/ls/ns sicherlich der richtige Schritt in eine schmunzelnde Zukunft

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  2. oke. da fällt mir ein, was ich gedacht hab: Das Geld ist nicht die „wahre Quelle des Bösen“ (..), sie ist aber dessen Sinnbild.

    Und wenn ich recht überlege, hat Marx die ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen und ihre Entwicklungsmöglichkeiten richtig erkannt. Der obige Artikel scheint mir da zwar etwas oberflächlich. Aber der Wunsch nach einer vom Geld und Porfitdenken befreiten Gesellschaft, ist logisch, weil der Kapitalismus allein deswegen nicht funktionieren kann, weil der Mensch nicht richtig funktioniert. hm. Aus dem gleichen Grund scheint aber auch der Sozialismus nicht zu funktionieren. Um mal vom Kommunismus, also der Gesellschaftsform wo der Mensch dann von sich aus frei sei, ganz abzusehen.

    Und genau im Menschenbild hat sich der olle Charly so gesehen getäuscht, denk ich jetzt mal, obwohl er es eigentlich besser gewußt hätte. aber vermutlich dachte er, das ist ja privat und nicht politisch.

    Tatsächlich ist es aber so. in dem Sinne.

    allerdings hab ich da sie und es wieder verwechselt. also: es ist aber dessen Sinnbild.

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  3. Helmut Schmidt hat heute in der Zeit die drei Kategorien eingeteilt: normale Menschen, Kriminielle und Investmentbanker/Fondsmanager und zitiere: „Dabei ist das Wort Investmentbanker nur ein Synonym für den Typus Finanzmanager, der uns alle, fast die ganze Welt, in die Scheiße geritten hat und jetzt schon wieder dabei ist, alles wieder genauso zu machen, wie er es bis zum Jahre 2007 gemacht hat.“
    Kleiner Literaturtipp: Kristof Magnuson: Das war ich nicht // absolut unterhaltsame Lektüre mit Bezug zum Thema

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  4. schon lustig das wir uns immer noch um Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus drehen, ich denke wir könnten einmal weg denken von den gloreichen Drei.
    Die Erde ist keine Scheibe und wir bauen Teilchenbeschleuniger um das Universum zu entschlüsseln, da sollte doch der gemeinsame Handel und Besitz ein leichtes sein, welches es zu regeln möglich ist.
    Wir müssen nur einmal auf Zero stellen, nicht auf 3

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  5. Das sehe ich nicht ganz so, den bösen I-v-Banker an den Pranger zu stellen. Finanzen sind Mathematik, das weiß auch Schmidt und Zinseszins ( siehe Bibel) ist nun wirklich eine böse Geschichte, gut solange man dran verdient, verdammt blöd, wenn die Blase platzt.. Aber schön das die immer konservativer schreibende Zeit sich die Inv-Banker mal vornimmt

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  6. „Der obige Artikel scheint mir da zwar etwas oberflächlich“Die Oberfläche ist das, worauf wir stehen:-)

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  7. Natürlich sind es nicht alleine die Investmentbanker. Es ist auch der Kleinanleger, der dorthin geht, wo er die meisten Zinsen bekommt. Auch dazu gab es 2008 mal – ich glaube auch in der Zeit – einen langen Artikel, der den Zusammenhang herstellte zwischen unser aller Verhalten und der globalen Finanzmarktkrise. Ich denke, der Investmentbanker steht symbolisch für die Gier nach immer mehr. Und die ist es, die kaputt macht genauso wie – da hier oben schon Marx und Freunde genannt wurden – es nicht funktioniert, dass wir alle gleich viel haben/bekommen. Das widerspricht der menschlichen Natur. Deswegen funktionieren ja beide Systeme nicht. Es braucht ein Gleichgewicht, dass den menschlichen Ehrgeiz und sein Streben akzeptiert, aber der grenzenlosen Gier eben eine Grenze setzt.

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  8. Also auch hier bin ich mir nicht sicher. Es gab ein paar Feldversuche des Sozialismus und des Kommunismus, vom Scheitern der kompletten Idee zu sprechen würde ich persönlich mir nicht zugestehen.
    Marx, ein bissel Wu Wei, eine Prise Seneca, ein Hauch Hermetik, ne Prise Platon & Co, dazu ein wertfreier Verstand und schon klappt es womöglich mit Marx. Vielleicht lesen wir auch zu viele Zeitungen und hören zuviel Nachrichtenzeugs.
    Wir sollten uns auf uns selbst verlassen.

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  9. Zurück auf Start? Mit dieser Spezies? Das wird nichts! Wir sind ja nicht mal in der Lage den Mikrokosmos um uns herum zu verstehen. Ich bezweifle, dass überhaupt noch jemand die komplexen Zusammenhänge versteht. Alle weiter oben genannten Systemformen müssen am Menschen scheitern, das Tier in uns will kämpfen. Um die Spitzenposition, egal in welchem Bereich. Der Mensch geht über Leichen, im wahrsten Sinn des Wortes. Heute ist leider einer meiner sehr pessimistischen Tage, sorry!

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  10. >> Er nennt’s Vernunft und braucht’s allein,
    Nur tierischer als jedes Tier zu sein.<<

    Geld ist nicht evil. Unser Geld*system* schon (Stichwort: Zinsen, 10% Mindestreserve etc.).
    Bedingungsloses Grundeinkommen ist ein denkbares Modell. Denn das Tier im Menschen wird meines Erachtens in erster Linie dadurch hervorgerufen, dass man tagtäglich gezwungen ist, Dinge zu tun, nur um den Kopf über Wasser zu halten. Oder aber um der 'Norm' zu entsprechen. (Nur, wer erfindet diese Norm?)
    Wir sind fast vollkommen unseres freien Willens beraubt und merken es nicht einmal.

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  11. Es ist doch immer wieder die gleiche, alte, Ursache für Finanzdebakel in der öffentlichen wie auch in der privaten Welt:
    Was hilft euch Schönheit, junges Blut?
    Das ist wohl alles schön und gut,
    Allein man lässt’s auch alles sein;
    Man lobt euch halb mit Erbarmen.
    Nach Golde drängt,
    Am Golde hängt
    Doch alles. Ach wir Armen!

    Gruss aus Mexiko
    auch hier drängt’s Jeden zum Gelde!

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