Bielefelder Bücher und eine sich verändernde Innenstadt

Die zwei größten Bielefelder Buchgeschäfte gehören zu Thalia. Das Geschäftsmodell, Bücher in Buchläden zu verkaufen verändert sich rasant. Erst war es nur der Verkauf von neuen und gebrauchten Büchern im Internet, der den Buchläden das Leben schwer machte. Jetzt kommt das digitale Buch ( so es den Namen noch verdient ) hinzu. Aufhalten kann man den digitalen Zug nicht mehr. Schon jetzt sind die Thalia (Buch)läden ein Gemischtwarenladen, mit Schokolade, Kochutensilien, ein bissel hiervon, ein wenig davon. Die Bielefelder Gerüchteküche fängt an zu köcheln, wann der Erste, von den beiden Thalia Läden, denn wohl schließen wird.
Eines der Gerüchte spricht von einem Wechsel: Sportcheck und Thalia würden die Straßenseiten tauschen und der Thalialaden im ehemaligen Astoria Kino müsste schließen. Noch sind es alles Gerüchte! Aber Fakt ist, das die Douglas-Gruppe, zu der die Buchladenkette gehört, sie gerne loswerden möchte. Einzelne Läden werden schließen müssen, oder haben schon geschlossen.
Was eine Schließung für die Bielefelder Innenstadt bedeutet ist nicht abzusehen. Innenstädte werden sich von ihren Sortiment her verändern. In den Nachbarstädten gibt es sie schon, die dauerhaft leer stehenden Innenstadtgeschäfte. Bielefeld konnte bisher davon profitieren und seinen Ruf als „Oberzentrum“ dadurch festigen.
Ein Buchladen mehr oder weniger, was würde das ausmachen? Womöglich einen schleichenden Prozess und am Ende wundern wir uns über eine Bielefelder Innenstadt aus ein paar Markenkettenläden, inflationär vielen Cafés, und chinesischen Plastikwaren. Ob es sich dann noch lohnt in die „Stadt“ zu fahren muss jeder selbst beurteilen? Schuldfragen müssen nicht gestellt werden, jede Entwicklung hat ihren Preis, ihre Veränderung.
In der Bielefelder „B“ Lage ( niedrigere Mieten ) entwickeln sich zumindest kleine Lichtblicke,  Lädchen mit individuellem Sortiment, dort findet man ungewöhnliches, faires und es macht Spaß zu schauen.
Es kommt auf neue Konzepte an, auf eine Umgestaltung der Läden, sie müssen etwas bieten, was dass Internet nicht kann.-).
Noch gibt es sie, hier  Adressen von Bielefelder Buchläden:

Buchtipp im Westen, Eulenspiegel Innenstadt, Buchhandlung Welscher in Schildesche, Lebensbaum Innestadt, Bücherstube Heepen, Kronenklauer Kinderbücher Innenstadt West, Buchhandlung Klack in Brackwede, Bücherstube Jöllenbeck. Buchhandlung Kutzner Sennestadt, Buchhandlung Bethel, es gibt sicherlich noch den einen oder anderen Laden, bitte als Kommentar hinterlassen.

Tick of Time, the Kooks

Lyrics

11 Gedanken zu “Bielefelder Bücher und eine sich verändernde Innenstadt

  1. Meine Theorie: Ebenso wie die Vinyls trotz aller Unkerufe nicht ausgestorben sind sondern eine Renaissance erleben, wird auch das Buch und der ein oder andere Buchladen überleben. Erst wenn es kaum noch einen gibt, werden wir merken, was uns fehlt. Das Internet ist bei allen Kommunikationsmöglichkeiten doch ein recht einsamer Ort; der Buchkauf dort ist zwar praktisch aber reizlos.
    Aber es gibt Menschen, die lieben den Duft von Büchern und brauchen die Haptik beim Lesen. Und es gibt schon viele Buchläden, die sich vom Internetkauf abheben durch: Eventcharakter – Autorenlesungen – Märchenstunden für die Kleinsten – Abenteuer für Kinder – Nervenkitzel für Erwachsene – Fantasyreisen für Träumer – Lesecafés … Lesen für alle Sinne halt eben.

    Dass Innenstädte mit teils dramatischen Leerständen zu kämpfen haben, liegt zum Teil auch an städteplanerischen Fehlentscheidungen.

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  2. Mondo gibt es noch.
    Und Eva, was du da beschreibst, diese Buchläden, die Bücher wirklich lieben sind ja ohnehin etwas sehr anderes als Thalia oder Dussmann und Konsorten. Die müssen unbedingt überleben. Thalia würde mir nicht wirklich fehlen.

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  3. Yep, muetzenfalterin, sie sind schon anders als Thalia etc.
    Aber ein paar dieser „kleinen Buchhändler“ brauchten sich früher – wenigstens bei uns „auffem Land“ – für gute Umsätze nicht besonders anstrengen. Und die nehmen halt ihre lesend-genießende Kundschaft erst kreativ ernst, seit die Luft dünner wurde. Hier hat der Kunde dank der Internet-Konkurrenz eindeutig gewonnen.

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  4. Witzig, ich war heute bei Thalia. Und mir ist auch aufgefallen, dass es dort mehr Schnickschnack als alles andere gibt.
    (Ich sage lieber nicht, dass ich dort eine Duftkerze gekauft habe *pein*)

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  5. Ich bestelle (fast) immer alle meine Bücher in unserem Buchladen im „Dörfchen“. Die Leute dort lieben Bücher! Eine Verkäuferin ist „Überbleibsel“ der leider nicht mehr existierenden Buchhandlung Kiepert, Unser Laden heißt Leporello, bietet als einzigen Schnickschnack zwei bis drei Sorten Wein an und ausgesprochen gute Lesungen. Die nächste (plus Gesang) heißt Schabbat ha-Malka — Königin der Jontefftage.
    Ich glaube fest an das Weiterleben des gedruckten Buches und seiner Händler! (auch wenn ich manchmal mit einem e-reader liebäugel)

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  6. Ich liebe Bücher. Aber da ich eine Bücherhallenkarte habe, hat Thalia nicht so viel von mir. Meistens. Nur diese leckere Mango-Kerze… der konnte ich nicht widerstehen. Total dämlich!

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  7. Ich glaube auch nicht, daß das Buch schon tot ist. Nur wie die großen Handelsketten das Verlagswesen beeinflussen, das macht mir Angst.
    Und: wie sich die Bilder gleichen! In Städten gehe ich deshalb meist gleich in die »B-Lagen« (schönes Wort) und meide die ewiggleichen Fußgängerzonen.

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