Still sein…


Ohne weit auszuholen, ist Stille für mich gleichbedeutend mit Angst. Nach Jahren der Bewegung, der täglichen, stündlichen, minütlichen, ja sekündlichen Ablenkung, Beschäftigung, durch abermillionen von Aktionen und Gedanken, bin ich allerdings müde.
Ja, die Stille macht vielen Menschen Angst. Ich erlebte es im Yogakurs, wo die Meditation zum Anfang der Stunde für Verzweiflung und Raumflucht sorgen konnte. Aber warum haben viele Menschen Angst vor dem was sie in der Stille begegnen, sich selbst. Jeder wird für sich einen Grund benennen können. Ich kenne meine und sage gerade drum der Stille leise „guten Tag“.
Nein, es ist nicht leicht der Stille mit Stille zu begegnen. Der Gedankenapparat ist so gut geölt im quer, rauf- und runter denken, dass ich manchmal lächeln muss über die „kuriosen“ Gedanken, die kommen, damit ich nicht „still“ werde. Oft sind es nur Bruchteile einer Zeit, wo Stille eintritt. Es passiert uns im Alltag häufig unbewusst. Ich bin schon mal mit der Straßenbahn eine Sonderrunde gefahren. Angst musste ich bisher vor nichts haben, in der Stille ist Stille, keine Angst, keine Dämonen.
Wenn der Verstand still ist, dann ist alles, was geschieht, ein Akt der Liebe und nicht ein Akt des Wissens.
Krishnamurti

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16 Gedanken zu “Still sein…

  1. eija, vllt liegt es daran, dass man in der Stille auf sich selbst droht zurückzufallen. denk ich einfach mal. und jetzt ist es hier übrigens auch ganz still. ich hör grad nur das Klackern der tasten beim Tippen. oke, das wird sich im Laufe des Abends noch ändern.

    also, wünsch dir was. lg claus

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  2. Weil Erinnerungen lauern? Ungute Gefühle zu sich selbst? Angst vor der Leere, dem Nichts? Angst vor dem, was man erfolgreich im Tun deckelt? Tränen zum Beispiel. Einsamkeit … viele Spielarten sind möglich, warum sich Menschen vor sich selbst und vor der Stille fürchten. Vielleicht braucht es auch hier eine gute Portion Selbstliebe, um sich und die Stille auszuhalten? Ich mag beides. Zugegeben, es brauchte ein bisschen Übung nach tausend Jahren des Geschäftigtseins 🙂
    herzlichst
    Frau Blau

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  3. Entdecke dies lesend – zufällig – dass sich Leute, die Stille mögen, organisieren und institutionalisieren. Sogar gegen fiktiven Lärm, wie die Fluglärmbekämpfungsaktivisten. Und ist der Nachbar einmal laut, ruft man das Ordnungsamt. Oder die Polizei. Diejenigen aber, die sich vor Stille fürchten, scheinen einsam. Dabei bräuchte man doch nur – denke ich naiv – einen Wasserhahn zu drehen oder an den Boxen vom iPad. Warum das nicht macht, wer sich vor Stille fürchtet, weiss ich nicht. Wohl weil ich noch nie darüber nachgedacht habe. ~ Stille ist abschaffbar, Lärm nur schwer zu vermeiden. Oder?

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  4. Na ja, weil wir dann mit Dingen konfrontiert werden, die wir in der Geschäftigkeit und im Lärm der Tage schön von uns weghalten, und weil das möglicherweise Dinge sind, die wir nicht wirklich kontrollieren können. Und ich glaube, das ist eine der größten Ängste heutzutage, etwas nicht Kontrollierbares, die Kontrolle verlieren…

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  5. In einer psychosomatischen Reha traf ich Menschen, die gezwungen werden mussten, jegliche Aktivität zu unterlassen. Diese Menschen hatten Angst, mit sich alleine zu sein. Es ist schwer auszuhalten sich selbst zu begegnen. Mützenfalterin hat das auch gut beschrieben. Erst wenn wir die Kontrolle abgeben können, können wir uns der Inneren Stille nähern ohne Angst, den Verstand zu verlieren.

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      1. Mein Feuer im Offen geht gerade aus.Irgendwie bin ich gerade hier gelandet und ich verstehe unsere gemeinsame Verbindung mit Hamburg immer noch nicht ganz.
        Aber das Bauchgefühl mit den Schmetterlingen kommt trotz keinerlei Reaktion biss her, ihrerseits immer mehr …

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    1. Laufenlassen ist verdammt gut! Ich habe mich für ein Leben mit wenig entschieden und das ist gut so. Da hat vieles keinen Platz mehr und der Raum für neues ist da, da wo er sein soll und darf! Ein dickes Dankeschön für unseren Austausch – Herr Nix! Früher hätte ich von Bielefeld & Sulzburgkonnektion gesprochen …

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