Tschüß!

nix146

Die Finanzial Times Deutschland ist Geschichte!

309 Arbeitsplätze und mein FTD-Abo ebenfalls.

Soll ich jetzt auch ein Landlust Abo abschließen?

Stirbt der Printmedien-Journalismus?

Die FTD war gut, nicht sehr gut aber auf eine konservative Weise gut. Im letzten Jahr merkte man allerdings einen gefühlten,  größeren Druck. Die Artikel wurden zynischer, wirtschaftskonservativer.

Das Sterben der Zeitungen hat begonnen. Die FTD war trotz guter Mannschaft zu jung, um starke Wurzeln zu haben. Ihr Leserstamm schaffte kein Wachstum.  Man muss kein Orakel sein, um weitere Schließungen von anderen Titeln vorherzusehen. Die lokalen Tageszeitungen versuchen sich in unsäglichen Boulevard und teilweise skurril anmutenden Sensationsjournalismus zu retten. Ob es hilft?

Ich habe das heimische Lokalblatt deshalb abbestellt. Die überregionalen „Schlachtschiffe“ verlieren sich in „Twittermeldungen“. Ja, dieser Twitterjournalismus, die Google Recherchen, die Mail und SMS Informationen, die schnelle Geschichte! Es ist wohl genau dieser Sturm, der die „Buchstabenriesen“ sinken lässt. Im Sturm braucht es klare, durchdachte Befehle, ein ausgezeichnetes Team von Fachleuten, die wissen was sie tun. Gute Seeleute haben gelernt einen Sturm auszureiten. Nach dem Sturm ist der Himmel wieder blau. Print wird überleben, durch guten, unabhängigen, nicht gekauften Qualitätsjournalismus. Alles andere wird im analogem, wie auch digitalem Buchstabenocean untergehen. Die Kunden suchen Inseln der Ehrlichkeit, der Klarheit, keine künstlich aufgeblasenen Badeplattformen.

Den FTD Journalisten mein Dank für eine gute, solide Arbeit. Alles Gute!

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6 Gedanken zu “Tschüß!

  1. Print wird überleben, durch guten, unabhängigen, nicht gekauften Qualitätsjournalismus. Die Kunden suchen Inseln der Ehrlichkeit, der Klarheit, keine künstlich aufgeblasenen Badeplattformen.

    hoffen wir das Beste …

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  2. Ich habe jetzt nicht recherchiert, also ist meine Annahme rein objektiv, aber ich glaube, dass immer mehr Menschen das Zeitungs“lesen“ verlernt haben. In unserem Haus leben 15 Mietparteien, 1 Mietpartei hat zwei Zeitungen abonniert, von Mo-Sa die eine, von der anderen die Sonntagsausgabe. Keines der Blätter aus dem Springerverlag! Diese eine Mietpartei sind wir. Letztens hat der Zeitungsbote uns die Blöd in den Briefkasten gesteckt. Ich habe sie unter die Briefkästen auf den Boden gelegt. 10 Minuten später war sie weg. Von vier Mietern weiß ich genau, welche meinungsmachenden Vorverurteilungsblätter sie lesen und diese Stammtischphrasen gerne in die weite Welt hinausposaunen. Die wissen nicht mal, dass es die FTD überhaupt gibt/gab.
    Ich merke gerade, dass ich mich wieder ein klein wenig aufrege. Sorry! Das wollte ich in diesem Medium doch nicht mehr.

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  3. Die jungen Leser, die mit SMS und Twitter aufgewachsen sind, wollen anscheinend keine langen Texte, keine langen Sätze mehr lesen. Alles hübsch in kleine Portionen gepackt, schön reduziert und mit knackig-reißerischen Titeln. Die Abnehmer des Qualitätsjournalismus, sofern er überlebt, könnten dann ja in der Mehrzahl nur die Älteren sein…

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  4. Mir würde es reichen, alt sein ist doch weise und irgendwie cooler, man ist nicht mehr so aufgedreht, ego und muss nicht auf jeden Gesichtszug aufspringen nur um mit dabei zu sein.

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