Haben Journalisten einen Vogel?

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Nicht alle, aber einige beschäftigen sich anscheinend öfter mit Twitter und der Dienst hat einen Vogel. Früher wurde des Volkes Meinung auf der Straße eingeholt, aber draußen ist es kalt und es gibt zum Glück Twitter. Ob TAZ, Süddeutsche, Stern, Springer, alle gemeinsam berichten sie immer öfter von Twitter-Stürmen, Twitter-Gewittern, Twitter-Attacken, Twitter-Krieg, von wilden Twitter Gerüchten, Twitter Kings and Queens, jede Superlative scheint offen. Aber ist Twitter wirklich das Sprachrohr einer ganzen Nation, ein Meinungsbarometer, gar ein Meinungsmacher? Ich wage es zu bezweifeln, denn wer nutzt tatsächlich regelmäßig, sozusagen „just in time“ den Mikroblog-Dienst. Journalisten anscheinend gern, man muss nicht raus, schaut beim Latte auf sein Smartphone und bekommt Meinungen. Klar ist da manipuliertes Zeugs dabei, aber bestimmt auch die Krankenschwester, die zwischen Essenausgabe und Medikationen schnell ihr Statement twittert. Der Bandarbeiter bei VW findet bestimmt auch kurz Zeit, ebenso die Rewe Kassiererin. Mir als Leser von Printgazetten und online News sind zusammengefasste Twittermeinungen einfach ein Graus, diese Form des Journalismus ist mir zu billig. Schade, wenn sich selbst Blätter, wie die TAZ,  mit Twittermeldungen „on Vogue“ geben wollen. Aber man muss wohl nur ein wenig ausharren, bis die Kuh…, in diesem Fall der Vogel, durchs Land geflogen ist.

Ich überlege, wie ich dieses Post jetzt in zwei Sätzen twittern kann?

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4 Gedanken zu “Haben Journalisten einen Vogel?

  1. zunächst einmal finde ich die beiden Schwarzweißfotos ganz wunderbar, sind sie von dir?
    ich gestehe, schon wieder bin ich letzte Mohikanerin, ich hab mit Twitter nix am Hut … und wenn ich Informationen brauche, höre ich Radio oder lese Zeitung aus Papier, manchmal per PC aber höchst selten, und das will ich auch nicht ändern-

    hab ein feines WE
    herzlichst Ulli

    Piepmatztwitter gefiel mir 🙂

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  2. Ich zwitschere auch nicht, frau Blau! Und ich muss auch nichts Gezwitschertes lesen, auch mir sind solche Informationen vel zu dürftig und nichtssagend, das bringt mir gar nichts. Außerdem hätte ich gar keine Lust, ständig auf mein Smartphone (isch abe gar keins, nur ein Handy) zu starren…

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  3. Weder Twitter noch Facebook kommen mir ins Haus. Nachrichten per Internet brauche ich allerdings insofern, als ich mich so über das Tagesgeschehen in Deutschland informiere und auch überregional die New York Times habe. Das ist dann wohl doch noch ziemlich ordentlicher Journalismus – obwohl auch das so langsam aber sicher nachlässt, fürchte ich.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit
    P.S.: auch hier kein Smartphone, sondern nur „Uralthandy“.

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