Arminia & ich

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Wann es genau war, weiß ich nicht mehr, es war aber sau kalt und im November. Eine Kollegin hatte mich überredet mitzukommen. Als Kind stand ich ein paar Male auf der Holztribühne, aber da war ich noch klein und konnte kaum etwas sehen, die Karten habe ich damals alle in einem Ordner gesammelt. Was an diesem Novembertag genau geschah, weiß ich nicht, aber es ist wie ein erstes Date und danach heiratet man und bleibt zusammen. Arminia und ich haben unsere eigene Geschichte, wie wohl jeder Fußballfan seine eigene Geschichte mit seinem Verein hat. Arminia ist nix für Gewinner-Fans, also jenen Typus, die nicht verlieren können und immer auf der Siegerseite stehen wollen. Aber wer die Sonne genießen will, muss auch mal den Schatten kennenlernen. Nur in der Sonne stehen gibt zwar eine schöne Bräune, aber nimmt einem die Leidenschaft, falls sie denn jemals vorhanden war.

Vor drei Jahren zog ich mich zurück, von Arminia, von mir selbst. Zusammen mit dem Verein ging es bergab. Ich schaute immer mal wieder rein, war beim Aufstieg der zweiten Mannschaft dabei und verlor beinahe die Leidenschaft und Arminia aus dem Herzen. Heute, in der 90 Minute war sie wieder da, wie an diesem Novembertag, oder beim 5:0 gegen Waldhof damals, oder an dem Tag als Porcello das 3:1 gegen die Bayer besiegelte.

Aber Arminia ist kein Hollywood Filmchen mit immer gutem Ausgang. Arminia ist wie das Leben, manchmal fällt der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit und manchmal musst du ganz nach unten, um dann den Wiederaufstieg in vollen Zügen zu genießen. Wer das Tao verstehen möchte, sollte einmal die Alm besuchen, es muss nicht im November sein. Die 14.000 im Stadion heute wissen, wovon ich spreche:-).

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6 Gedanken zu “Arminia & ich

  1. Ja, alles gar nicht so einfach, wie man im jugendlichen Leichtsinn noch so dachte. Obwohl ich jetzt nicht sagen könnt, ein großer Fan von Arminia zu sein. Aber wie ich grad les, geht es heute nach einem 2:1 (1:0) und Platz 2 vllt wieder nach oben in die nächste Liga. Eija, wünsch dir was 😉 .

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      1. Dieses Statement zeigt, welch Geistes Kind Fußball-Fans gemeinhin sind … (schriebst Du nicht einst von Münster als der „unaussprechlichen Stadt?) … traurig, traurig, traurig …

        Es grüßt gleichwohl sehr herzlich AUS MÜNSTER 😀 😛
        „Phra“ Michael

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      2. Gestern , als ich den Artikel schrieb, dachte ich genau an einen solchen Kommentar von dir, lustig.
        Stell dich nicht über den Menschen, sondern mit ihnen auf die Tribüne und genieß das Leben mit all seinen Tiefen und Höhen auch und gerade im Geiste des Kindes:-)
        Ohne die Unausprechlichen wäre der Bielefeder Fussball nur halb so schön!!

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