stra069

In den letzten Tagen habe ich mir viel Gedanken um „nichts“ gemacht.

Zurzeit lese ich in einem Buch mit dem Titel, die Kunst des Nichtdenkens. Der Autor stellt die These auf, dass ein zu viel an Gedanken krankmacht. Das klingt in so einem Satz sehr polarisierend, im Buch beschreibt er seine These selbstverständlich ausführlicher. Aber die Frage, ob wir Menschen wirklich nichts denken können beschäftigt mich schon länger.

Wenn wir zum Beispiel denken „oh ich hab jetzt in der Meditation nichts gedacht“, woher wissen wir, ob wir wirklich nichts gedacht haben und wer stellt für das „Nichts“ ein Maß auf, um zu messen, ob es wirklich nichts war? Also ab wann ist nichts wirklich nichts? So nichts ist komplizierter als man denkt und es steckt eine Menge drin, wie der Leser dieser kurzen Zeilen merkt.

Aber meine Hauptfrage wäre, können wir tatsächlich all unsere Gedanken, Gefühle, Eindrücke stilllegen und nichts denken, fühlen, riechen, schmecken, ohne zu sterben. Ist nicht auch unser Atem eine gedankliche Handlung, wenn auch meistens automatisiert, wie so vieles was wir unbewusst, aber mit vollstem Bewusstsein machen?

Es liegt sicherlich auch in unserer Definition vom Nichts, wenn ich sage „ich habe nichts gemacht“ . Dann sind da doch immer noch eine Menge Dinge, die ich gemacht habe. So ist es wohl auch möglicherweise, wenn wir nichts denken, unsere Gedanken ausschalten. Irgendwo rechnet unser persönlicher Rechner weiter und denkt/rechnet sich ins Nichts, oder was wir damit bezeichnen. Aber es ist eine Handlung und die ist wiederum eine Tätigkeit, also nicht Nichts.

Betrachten wir das Nichts in der Polarität, so ist ein Nichts letzten Endes auch alles und somit schließt sich für mich der gedankliche Kreis.

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13 Gedanken zu “Gedanken um nichts

  1. Hm, ich glaube, an der These, dass zuviel Denken krankmacht, ist was dran. Ich bin ein Mensch, bei dem es ständig im Hirn kreiselt, so richtig abschalten kann ich meist nur am Meer. Dort gelingt es mir dann tatsächlich oft, dass ich einfach nur so dasitze, ohne zu denken. Diese Denkpausen tun mir gut, sie beruhigen mich und machen mich „gesünder“.
    Behauptet der Autor denn auch, dass wir „tatsächlich all unsere Gedanken, Gefühle, Eindrücke stilllegen und nichts denken, fühlen, riechen, schmecken“ können oder ist dir die Frage in den Sinn gekommen beim intensiven Nachdenken über das Nichtdenken?
    Das Wunder finde ich übrigens wunderbar und es passt perfekt zum Inhalt!

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  2. wenn ich an meine teachings und meine erfahrungen zur meditation denke, dann geht es letztlich nicht darum, dass ich wirklich nichts denke, weil das hirn einfach immer denkt, die kunst liegt doch vielmehr darin, dass ich die gedanken einfach vorbeiziehen lasse, wie wolken im wind, statt mich an einen gedanken anzuhängen und schon ist die wunderbare stille vorbei! so verhält es sich auch, wenn ich in der stille hocke, der raum vor mir plötzlich weit und leer wird, sobald ich dies registriere und kommentiere ist auch das vorbei … also liegt es am aktiven registrieren/kommentieren, nicht am denken, fühlen etc. selbst- die gute nachricht dabei ist für mich, dass ich, sobald ich dies nun widerum bemerke, mich zurückholen kann, sprich meine konzentration geht wieder auf den atem und ganz besonders auf die pause zwischen ein- und ausatmen …

    wie heißt denn das buch und von wem ist es?

    liebgrüß
    Ulli

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    1. Das stimmt, wenn das Garnichtdenken nicht funktioniert (nicht denken klappt sicher nur einen kurzen Moment lang) geht es darum, die kommenden Gedanken einfach vorbeiziehen zu lassen, ohne zu werten, zu urteilen, einzuordnen etc.. Und das ist wirklich eine Kunst, Ulli, die man üben muss und die du durch deine Meditationserfahrung sicher schon gut beherrschst.

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    2. Mit der Meditation hast du auf jeden FAll Recht. Aber ich glaube zu wissen, das es im Zen sogenannte Koans gibt, das sind teilweise Fragen, die auf verstandesmäßiger Ebene nicht lösbar sind, sondern im Nichts.
      Mir fällt zum Beispiel ein: „Wie kann man mit einer Hand klatschen“?

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  3. Atmen geschieht, Du musst dafür nichts tun. Es atmet Dich! 🙂
    Kann es sein dass Du zuviel über´s Nicht-Denken nachdenkst? Es geht viel mehr darum zu erkennen dass man nicht seine Gedanken ist, sie nur beobachtet und vorüberziehen lässt.

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    1. Kann man zuviel über Nichts denke?
      Wenn ich diese Frage beantworte müsste ich denken, es wäre mehr als nichts.
      Vorbeiziehen ist eine Bewegung
      Das Gegenteil von nichts ist alles, mir fällt es leichter über Nichts zu denken, als über Alles😉

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