Schlüssel verloren..

Ich liege gerade im Garten und lese, da schreit der Nachbar seine kleine Tochter an. Sie hat ihren Schluessel verloren und der Vater schimpft unaufhoerlich.
Nach einer Zeit geht er grummelnt, fluchend ins Haus. Die Mutter der Kleinen fängt mit ihr an zu suchen und schimpft ebenfalls. Irgendwann konnte ich nicht mehr lesen und ging rüber in den Nachbargarten eines Mietblocks.
Ich sagte der Mutter das man Dinge, die man sucht am besten findet, wenn man aufhoert zu suchen. Sie meinte das würde ihr jetzt auch nicht helfen.
Wir suchten eine zeitlang bis der Vater kam. Ich schmiss meinen Schluessel um ihm zu zeigen, dass man ihn eigentlich gut sehen kann. So standen wir irgendwann um die Stelle herum wo ich meinen Schluessel hingeworfen hatte und wollten gerade gehen, als sich die Mutter bueckte und den Schlüssel fand.
Der Vater gab mir freudig dankend die Hand, dabei hatte ich ja den Schlüssel gar nicht gefunden. Die Mutter meinte, sie hätte gerade aufgegeben zu suchen, als er plötzlich vor ihr lag.

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Als ich wieder in unseren Garten ging bedankte sich das Mädchen leise bei mir und lächelte  wissend.

13 Gedanken zu “Schlüssel verloren..

  1. … ein interessanten Tag hast Du da – Deinen Nachbarn hast Du das „Geheimnis“ des „nicht Suchens“ gezeigt. Das Gleiche kannst Du auch auf das Verstehen Deiner Gedankenprozesse anwenden, das Phänomen des Denkens lässt sich nicht durch Denken erklären.
    So lange Du noch nicht im „Zeugen-Bewusstsein“ verankert bist, gib Deinen Gedanken am besten eine bewusste Richtung – denn die kosmische Energie folgt Deiner Aufmerksamkeit.

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  2. Aber dann hãtte ja nicht ueber das nichts posten können, wenn ich nicht gedacht hãtte.ich vesuche ja nicht das Denken zu erdenken, sondern habe ueber nichts nachgedacht:-)

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  3. genau … finden muss man, nicht suchen – und rumschreien nutzt schonmal gar nix … das hast du fein gelöst! Die Mutter wird diese Geschichte wohl nicht mehr vergessen! Und die Tochter auch nicht, der Vater …?

    mir gefällt diese Geschichte mitten aus dem Leben heraus, sehr!
    herzliche Grüße
    Ulli

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  4. Das mit dem schreien nutzt gar nichts stimmt nicht ganz so. Der Vater kann so seine aufgestauten Energien loswerden, ich habe mich in dem Geschreihe selbst erkannt und mich so spiegeln koennen. Haette der Vater nicht geschriehen, waere ich nicht rueber gegangen.Bei der Geschichte entsteht schnell das Bild des hilflosen Kindes und des schreienden Erwachsenen, aber in diesem Fall waren b.z.w. fuehlten sich auch die Erwachsenen hilflos, dass tun sie meistens , wenn sie schreien, mich eingeschlossen:-).
    Das es keinen Sinn zu schreien und jemanden runterzuputzen ist bestimmt jedem klar, aber es ist ein Ventil.
    Auch der Vater ging am Ende laechelnd weg.

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  5. Schon eigenartig. Ich habe jetzt mehrfach die kleine Geschichte gelesen, und irgendwie ist sie für mich noch nicht fertig. Und so spinne ich sie mal weiter:

    „Da die Erwachsenen, und auch das Kind, gemerkt hatten, dass es gar nicht schlimm ist, wenn man einen Schlüssel verliert, ja, es sogar gut ist, führte einen das gemeinsame Suchen doch irgendwie näher zusammen, erfanden sie ein Spiel. Nämlich: „Das Schlüssel wegwerf und wiederfind Spiel“. Und so gingen sie jetzt mindestens einmal wöchentlich in den Garten, warfen mit Schlüssel umher – und fanden sie auch meistens wieder. Nämlich dann, wenn sie gar nicht danach suchten.
    So machen sie nicht nur sich, sondern noch einen weiteren Menschen glücklich – den Herrn vom Schlüsseldienst aus der Nachbarschaft. Denn aufgrund der ganzen Schlüsselwerferei, und dem leider damit schon auch verbundenen Schlüsselverlust, mussten sie ab und an weitere Schlüssel anfertigen lassen. Eines Tages – die Familie und auch der Nachbar waren unterwegs – stieg ein Einbrecher in das Grundstück. Er vermutete reichliche Schätze im Hause, schlich sich unauffällig näher heran, und erstarrte. Überall verstreut sah er verschiedene Schlüssel liegen. Erstaunt fragte er sich, was dies sein sollte – legten ihm neuerdings die Bewohner die Schlüssel schon direkt vor die Nase, um ihm den Raub zu erleichtern? Tja, dann wird wohl nichts zu holen sein, dachte er sich. Und ging wieder, ohne einen Schaden anzurichten.“

    Jetzt höre ich mal lieber auf, so lang wollte ich gar nicht … die Fantasie ist schon so eine Sache. 🙂 Da kannst du mal sehen, was deine kleine Geschichte bewirkt.

    Ich wünsche eine schöne Weihnachtszeit, und alles Gute für 2014. Herzliche Grüße
    Heike
    🙂

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