Seifenblasen

copyright nixZen
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Ich war letztens mit meinem immer größer werdenden Freund beim NRW-Tag im beschaulichen Bielefeld. An diesem Tag präsentierte sich auch die FH Bielefeld. Sie hatten einen Stand mit Maschinen. Eine stand direkt vorne, sie produzierte Seifenblasen. Eine Hydraulik tunkte den Seifenblasenring in die Lauge, fuhr hoch zu einem Gebläse und dieses pustete Seifenblasen in die Menge, wirklich sehr eindrucksvoll.
Im Zelt gab es noch weitere Maschinen. Manche der Studenten und Mitarbeiter trugen Shirts mit der Aufschrift „Genie“. Ohne das ich es eigentlich wollte, sagte ich zu einer Mitarbeiterin, dass all die Maschinen die sie erfinden uns in naher Zukunft überflüssig machen.
Sie schaute mich ungläubig an, machte eine sehr lange Kunstpause und antwortete dann etwas unsicher, wenn wir es nicht machen, machen es die Anderen.
Ich schaute auf die Maschine mit den Seifenblasen und dachte, wer braucht so ein Ding. Das Tolle an Seifenblasen Pusten und den Herstellen mit einem Seil ist doch die Handlung, der Vorgang, die Geschicklichkeit.
Dann fiel mir ein Freund ein, er ist Lehrer und wird einen Bienenstock an seine Schule holen und eine Imker AG gründen.
Während dieser kurzen Gedanken klemmte sich mein größer werdender Freund seine neugierigen Finger in einer der Maschinen.
So stand er dann neben mir, mit Tränen in den Augen, während die Seifenblasenmaschine, ohne Emotionen weiter Blasen in die Welt zum Zerplatzen schickte.

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11 Gedanken zu “Seifenblasen

  1. Ob es eines Tages auch eine Tröstmaschine geben wird? Ein freundlicher Robot, der das Kind dann in seine Arme nimmt und heile heile Gänschen singt? Der dann auf die Wunde pustet oder dem Kind die Robotend auf den schmerzenden Bauch legt? Ich gehe jetzt zur Krankengymnastik und bin dankbar, dass die Hand dies lebenden Menschen mein Knie behandelt und dieser Mensch sofort merkt, wenn mir etwas dabei weh tut.
    Und ja, Blasen platzen. Bei manchen ist der Spaßfaktor dabei sehr einseitig.
    Hab ein schönes Wochenende!

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  2. Seifenblasen sind wunderschön, eine einfache Rezeptur, mit so viel Wirkung auf Groß und Klein! Liebe Grüße aus dem sonnigen Freiburg – Kai ;o)

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  3. Um die Maschinen herum war beim NRW-Tag (ich hab es auch erlebt) soviel Leben. Solange das mehr wert ist als die schönsten Maschinen und die ökonomischsten Automatisierungen, ist doch noch nichts verloren. Oder?

    Optimistisch oder pessimistisch in die Welt schauen, das ist die Frage, also Utopie oder Dystopie?

    Asimov (Robotergesetze), Lem (Robotermärchen) und andere haben sich dazu schon vor Jahrzehnten Gedanken gemacht.

    Zuerst die Dystopisten:

    Dürrenmatt fällt mir ein: „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“ Heißt soviel wie: Was möglich ist, wird auch gemacht.
    Dürrenmatt war Pessimist: Zu seiner Zeit bedeutete das: Atomtod.
    Ist aber bis heute nicht passiert.

    Henry Ford wollte schon seine Produktion vollständig automatisieren. In einem überlieferten Bon-mot (Quelle unbekannt) wird er daraufhin gefragt, wer dann noch seine Autos kaufen könne, wenn er keinen Lohn mehr an irgendwelche Arbeiter auszahle.
    Auch das ist bis heute nicht eingetreten.

    Und die Utopisten?

    Planton, politeia, gut aber alt und kaum für alle verständlich (schließe mich ein).

    Huxley? Soma + voll automatisierter Kommerz haben die Menschheit – von einzelnen Ausreißern, die das System nicht wirklich stören – betäubt und fest im Griff.

    Matrix? Die Maschinen versklaven die Menschheit, ein „Messias“ wird sie befreien.

    FAZIT für heute:

    Davon, wie die Gesellschaft auf der Erde mit ihren Entdeckungen und Erfindungen umgeht und ein humanes und ökologisches Leben positiv ermöglicht, scheint es keine Utopien zu geben…

    Ich glaub aber weiterhin daran.

    Schönen Tag noch und heute Abend ist Fußball, WM, Deutschland v Frankreich.

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  4. Schöner Gegensatz, die einfallslose und weitverbreitete Antwort der Seifenblasenmaschinenbetreiberin und der Lehrer, der einen Bienenstock in die Schule holt, um eine Imker AG zu gründen, so hat der kleine Artikel beides, Ernüchterung und Hoffnung, bunte Blasen, die hoch in die Luft steigen und nicht nur etwas, das zerplatzt.

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  5. das ist dann immer das Argument: wenn wir es nicht tun, dann tun es eben die anderen, herrje, wie doof …
    ich dachte auch an die grossen Seifenblasen, die ich mit einem Seil an Kindergeburtstagen machte, die Kinder hatten grosse Freude und versuchten es dann selbst … mit mehr oder weniger Erfolg, aber allein in solch einer kleinen Aktion lässt sich viel lernen …

    herzlichst Ulli

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