Leben in Zeiten des Algorithmus

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Jedes Jahrtausend, Jahrhundert, Jahrzehnt hat seine Themen. Es gab Zeiten der Eroberungen neuer Welten, der Inquisition, der Raumfahrt, der Pest, des Darwinismus, der Glaubenskriege, der Industrialisierung, des Buchdrucks. Diese Liste ließe sich weiter, fortlaufend ergänzen. Die Menschen suchen nach Antworten, nach Lösungen für ihre Probleme. Es ist immer auch eine Suche nach Halt, nach einer festen Regel.

Der iranische Namensgeber für den Begriff „Algorithmus“, Al-Chwarzmi hatte sich an einem arabischen Mathelehrbuch versucht, über 1000 Jahre vor Computer und Internet. Algorithmus steht heute für? Ja für was eigentlich? Laut Wikipedia:

„Ein Algorithmus ist eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder einer Klasse von Problemen. Algorithmen bestehen aus endlich vielen, wohldefinierten Einzelschritten„.

Diese Definition der Winfriedschule Fulda fand ich passender:

„Ein Algorithmus ist eine eindeutige, ausführbare Folge von Anweisungen endlicher Länge zur Lösung eines Problems. Ein Algorithmus besteht aus einem Deklarationsteil (was wird benötigt?) Und einem Anweisungsteil (wie wird das Problem gelöst?). „.

Amazon, Google, Yahoo, Facebook, sicherlich auch Worpress (zumindest nachweislich über google Analytics) speichern unser Surfverhalten, Tippgeschwindigkeiten, Fehlereingaben, Vorlieben, Onlinezeiten, genutzte Browser und so einiges mehr. Mit dem passenden Algorithmus lassen sich Milliarden verdienen. Personalbteilungen arbeiten mit Algorithmen, Krankenhäuser, Gesundheitsorganisationen, Banken, Partnerbörsen, Versicherungen, Wetterdienste, Stadtplaner, die Liste wäre sehr sehr lang. Seit Erfindung des Computers beeinflussen Algorithmen unser Leben, mehr als wir zu ahnen scheinen. Die Erfindung des Buchdrucks war ein Segen für die Menschheit, niemand wird es anzweifeln und doch gab es auch Bücher, wie „Mein Kampf“, die Schaden verursachten, die Hetze, Tod und Leid verbreiteten.

Algorithmus kann uns helfen Dinge besser vorherzusehen, zu verstehen, zu analysieren, er kann aber auch zu erheblichen Missbrauch und persönlichen Schaden führen. Algorithmen teilen uns ein, möglicherweise in eine falsche Gruppe, versperren uns Zugänge, schließen aus. Vielleicht wird in nicht allzu ferner Zukunft ein Algorithmus gegen die entstandene „Algorithmanie“ benötigt, welcher erkennt, wann ein Algorithmus para läuft. Vielleicht vergessen wir auch bei all der Einteilung, der Berechnung, der Kontrolle zu leben und zu lachen, das ließe sich in jedem Fall mal berechnen.

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8 Gedanken zu “Leben in Zeiten des Algorithmus

  1. das Problem, was ich hier sehe, dass wieder einmal nicht der ganze Mensch gesehen wird, sondern nur seine Daten, da fehlt eindeutig das, was wir Seele nennen, oder kann ein PC die nun auch schon berechnen … auch wenn der Körper erst einmal be- und vermessen werden kann und die Körperfunktionen soweit, so gut bekannt sind, so stehen doch gerade die MedzinerInnen immer wieder staunend da, wenn Heilung anders vonstatten geht, als sie es denken können-
    als ich in den 90iger Jahren für drei jahre eine Heilpraktikerschule in B besuchte, habe ich gerade in der Pathologie gestaunt, wie oft es hiess, nix Genaues weiss man nicht, ich glaube nicht, dass sich das wirklich verändert hat-
    Um nicht missverstanden zu werden, ich bin nicht generell gegen die Schulmedizin und nicht immer von der alternativen medizin überzeugt, eine Zusammenarbeit wäre prima und wüschenswert …

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      1. die Trennung ist schlichtweg da, nicht von mir gemacht oder gewünscht- und ja TCM ist da schlauer …

        um Geld und Macht geht es hier, wie anderswo, immer …?!

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