Auf hoher See

ad4_k255

Seit Bestehen dieses Blog habe ich in meinem Leben eine Menge loslassen dürfen/müssen. Das hat im Grunde nichts mit diesem Medium zu tun. Der Grund für diesen Blog war Neugier und Mut. Mut etwas zu schreiben, was ich wiederum nicht als meine Stärke betrachte und mir häufig die Schamesröte ins Gesicht zaubert. Aber mit diesem Blog drehte sich mein Leben zeitgleich um 180 Grad. Ich ließ von vielen geliebten Dingen, Menschen, Rollen los, versuchte zu verstehen, suchte Fragen und Antworten gleichermaßen. Schaute in viele dunkle Ecken. Es war wie bei einem Schiff, wo man die Lecks betrachtet und wenig Zeit zum Überlegen hat, wie man sie denn schließt. Man kann an die Pumpe gehen, aber es ist ein Kreislauf, den man im Grunde nur verlieren kann, irgendwann ist die Kraft am Ende. Man kann das Schiff sinken lassen und schwimmen, aber reicht die Kraft bis ans Ufer, Gesetz dem Fall man kann überhaupt schwimmen. Man kann die Lecks versuchen, soweit möglich abzudichten und danach pumpen. Es gibt viele Möglichkeiten, aber keine Regel, kein Rezept. Eines ist allerdings sicher, die alte Sicherheit ist weg und kein fester, sicherer Boden unter den Füßen. Manchmal hat man so eine Ahnung, was das Leben für einem bereithält, ein Bauchgefühl. Ich habe in den letzten 3-4 Jahren viel gelernt, durfte die letzten Energiereserven mobilisieren und halte immer noch nach Land Ausschau. Das Lernen hat mir die Kraft gegeben, in einer Welt mit wenig Empathie. Aber es gibt sie, die Empathie, sie ist allerdings sehr klaren Regeln und Normen unterworfen und gefühlt nimmt sie rapide ab. Man ist allein an Board und so ein Blog ist dann wie eine Art Funkgerät. Manche „funken“ Rezepte, andere Bilder, manche Musik und andere Themen. Mir haben so einige Kommentare, Postings geholfen manche Dinge zu verstehen, oder gaben Trost, wie das schwache Leuchtturmlicht, was dich nicht rettet, aber Hoffnung und Mut gibt.

Advertisements

13 Gedanken zu “Auf hoher See

      1. Es gibt sie aber, auch bei dir, eine Norm, nach dieser bewertest du, ob Zeit für Mitgefühl ist oder nicht.
        Du siehst einen Odachlosen, einer denkt „selbst Schuld“, du gibst ihm dein Mittagsbrot, zwei Bewertungen.
        Gesellschaftlich gibt es da schon Normen, ich nenne es mal so.
        Mitgefühl hat immer mit Bewertungen zu tun, wie all unser Denken und Handeln.

        Gefällt mir

  1. Ich glaube ja, dass es einen Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl gibt. Aber das schreibe ich jetzt rein aus dem Bauch. Habe zwar nach Unterscheiden recherchieren wollen, aber keine in ein, zwei Sätzen zu packende Erklärung gefunden. Nebenbei habe ich das hier passend zu Deinem Artikel gefunden:
    Möge ich ein Beschützer für die Schutzlosen werden. Ein Führer für die Reisenden auf der Straße. Und möge ich für diejenigen, die das Wasser überqueren, ein Boot, ein Schiff oder eine Brücke sein. (Aus dem Bodhicharyavattara)

    Gefällt mir

  2. Selbst empatisch zu sein bringt sehr viel, gute Gedanken, ein gutes Gefühl ein Glücklichsein.
    Anderen beistehen, zur Seite stehen. Die Arbeit als Ehrenamtlicher ist beispielsweise sehr, sehr bereichernd und gibt dem Leben einen Sinn. Ich kann es empfehlen 🙂
    Lieben Gruß, Reni

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s