Feindbilder

nadem302

Ich erinnere mich noch an das Jahr 2000, die Welt war irgendwie in Ordnung. Der eiserne Vorhang, also die Feindschaft zwischen Russland und den USA war auf einem Tiefpunkt. Es gab im Grunde nicht mehr viele Feindbilder, ein Jahr später wurden Saddam und der Irak eines. Wenn man sich mit  Feindbildern beschäftigt, sollte man immer schauen, wem diese Bilder und die entstehenden Konflikte nützen. Es ist unglaublich leicht, ganze Gruppen von Menschen auf Feindbilder einzuschwören, Mittel der ersten Wahl ist immer Angst, gefolgt von  Anerkennung, Macht (Selbstwertgefühl), Loyalität. Wir kennen es ja alle selbst, aus unserer Schulzeit oder der ein oder andere von seinem Job. Meinungen sind schnell zu beeinflussen. Wir schauen auf Dresden, auf Syrien auf die Ukraine, auf Nordkorea, auf Afghanistan, auf kommende Handelsabkommen, auf den NSU Komplex und wundern uns. Wir vertrauen auf unser Verständnis von Demokratie. Doch wenn wir Feinbilder verstehen wollen, nützt uns unser eigenes  demokratisches Weltbild nicht (mehr). Wir sind nicht Blau und die anderen sind ROT, wir müssen uns zum Weiß machen und einmal neutral betrachten, wem denn all diese Themen und Konflikte nützen.

Deep Throat, der Unbekannte Informationsgeber aus dem Watergate Skandal sagte einmal „ Folge der Spur des Geldes“, ich denke, diese Aussage hat immer noch Bestand. Denn das Geldsystem als Ganzes gerät/ist an seine natürlich gesetzten Grenzen. Ein System, wie wir es nutzen, wird dieses immer wieder tun. Ich habe ein altes Buch von 1933, in dem ein Wirtschaftsprofessor es schon damals mit einfachen, sehr deutlichen Worten erklärt.

Aber wir lassen uns allzu oft ablenken von diesem Thema, da ein Busenblitzer, dort eine Seuche, ein Bürgerkrieg, ein Anschlag und unsere Angst treibt uns hier hin und dorthin, manchmal lähmt sie uns, die gefühlte Ohmacht macht uns wütend. Doch wenn wir uns mal objektiv die Zeit nehmen und uns also nicht rot/blau färben lassen, sondern mit unserer Wunschfarbe neutral auf die Themen schauen, werden wir möglicherweise die Urheber der Feindbilder  und somit deren Ursache erkennen.

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13 Gedanken zu “Feindbilder

  1. Grad hat echt an anderer Stelle Aristobulus gemeint: Man müsst’ einfach mehr miteinander reden. Am Besten nur noch. Also alle, meine ich. 🙂

    Hab ich geantwortet : Ja, aber wenn jeder mit jedem reden müsst’, könnte das dann überhaupt noch irgendwer verstehen? 🙂

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    1. Also wir kommunizieren gerade, ich glaube wir verlassen uns sehr auf Meinungen die uns vor kommuniziert werden, keine Firma mehr ohne Pr Maschine, kein Politiker ohne PR Berater. Im Pronzip eine Photogeshopte Art der Kommunikation.
      Nur der Takt ist erhöht, die Zeit zum Sinnen fehlt, denn wer reden möchte, muss vorher denken.

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  2. Ich finde speziell ein demokratisches Weltbild in keiner Weise hinderlich, um Feindbilder zu verstehen.
    Das Wählen und im Besonderen das Abwählen von Regierungen scheint mir derzeit die beste Methode zur Organisation von großen Gesellschaften, in welcher die Meinung der einzelnen am ehesten vertreten werden kann. Wir haben ausgeklügelte Regeln zum Minderheitenschutz, wir haben funktionierende Rechtssysteme und funktionierende Öffentlichkeit im Sinne von Presse und Versammlungsfreiheit. Du kannst RTL-Nachrichten, Internetvideos, Tagesschau oder Russia Today gucken, um dich zu informieren. Jeder kann für sich wählen, was er davon überzeugend findet. Medien versuchen Meinungen zu machen, Medien versuchen zu bilden. Wenn dir die TAZ als Zeitung nicht ausreicht, kannst du die Bild als weitere Infoquelle nehmen. Niemand zwingt dich, auf genau eine Meinung zu hören. Wir haben Schulen, in denen die Lehrer angehalten sind, Kindern diese Medienkompetenz beizubringen. Ist das alles ein Einschwören oder die schnelle Beeinflussung von Meinungen?

    Die Verteilung von erarbeitetem Wohlstand und von Ressourcen ist in unserem Wirtschaftssystem ungleich, meiner Meinung nach zu drastisch ungleich. Daran kann man mit Gesetzen schrauben. Das ist in einer Demokratie immerhin möglich, in vielen anderen Systemen ist es das nicht.

    In demokratischen Gesellschaften ist es möglich, Debatten zu führen und Dinge zu ändern. Daher nutzt aus meiner Sicht ein demokratisches Weltbild und Gesellschaftssystem sehr, um Feindbilder zu verstehen und auch, um sie mit der Zeit abzubauen. Ohne den Zugang zu Informationen ist dies ungleich schwerer.

    Ich halte die Idee, das „Wir“ gezielt Feindbilder vorgesetzt bekommen, die von nicht weiter genannten nebulösen Urhebern am Ende der „Geldspur“ gezielt und manipulativ gesetzt werden für falsch und des Weiteren für gefährlich, denn sie beinhaltet unter anderem den Gedanken, das man sich derer entledigen könne, und alles würde gut.
    Es gibt einflussreiche Akteure wie Konzerne, Banken, Hedgefonds, Regierungen, Gewerkschaften (leider immer weniger) und religiöse Gruppierungen, die ihre Interessen verfolgen. Diese Interessen kollidieren untereinander und dies führt zu Konflikten. Da muss niemand bewusst etwas steuern.

    Die „Spur des Geldes“ führt auch in die Geldbörse jedes einzelnen Bewohners des Planeten, „Wir“ sind alle an diesem Spiel beteiligt und ein sehr einflussreicher Akteur.
    Im Moment haben wir ein Geldsystem mit faktisch negativem Zins, so wie oft von Geldsystemkritikern gefordert wird. Die Konflikte sind jedoch immer noch vorhanden. So einfach scheint es dann doch nicht zu sein.

    Zur Erklärung, wie Feindbilder entstehen, gibt es übrigens ein gutes Buch von Norbert Elias (1965), Etablierte und Außenseiter:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Etablierte_und_Au%C3%9Fenseiter

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    1. Beim Thema Demokratie habe ich mich wohl ein wenig unverständlich ausgedrückt…
      Ich bin überzeugter Demokrat, aber in einer Demokratie teilen wir schnell in Gruppen ein und es ist gut sich selbst einmal neutral zu stellen und auf das Ganze zu schauen.
      Ich habe geschrieben, es ist sinnvoll der Spur des Geldes zu Folgen, nicht dass das Geld an sich der Auslöser ist. Sicherlich kann es der Fall sein, aber ich habe da keine Wahrheit. Ich skizziere Ideen und die ändern sich, ich bleibe nicht konservativ bei meinen „Ideen“.

      Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahr haben möchte, hält er auch für wahr.

      Demosthenes

      In diesem Sinn ein Hoch auf die Demokratie!
      In jedem Fall sehr spannend, was du aus meinem Beitrag heraus interpretiert hast, danke für die Mühe und den Kommentar.

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      1. Sich selbst auf neutral zu stellen ist nicht möglich. Es gibt kein Neutral. Du hast immer eine Position, von der du schaust.

        Auf das Ganze zu schauen ist ebenfalls nicht möglich. Du endest immer am Horizont.

        Dir deiner eigenen Position klar zu werden, diese zu benennen und einzufordern ist möglich.

        Dich in die Position anderer hinein zu versetzen ist mit einer gewissen Anstrengung möglich.

        Deine Position zu verlassen ist mit sehr viel Anstrengung möglich.

        Jemand davon zu überzeugen, seine Position zu verlassen ist möglich – mit sehr guten Argumenten, mit viel Geduld oder Gewalt.

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      2. Es ist interessant das wir Menschen immer wissen was möglich ist und was nicht.
        Ich habe es schon sehr oft erlebt dass ich etwas, was ich sichte, genau dann fand, wenn ich es nicht mehr suchte, so in etwa verstehe ich die Neutralität,
        Bist du der selbe Kommemtator der Gegenrede?

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