2015_024

Gestern, im Café habe ich einen sehr langen Text über die Veränderungen in unserer Gesellschaft geschrieben. Manche Sachen, die mir wichtig sind schreibe ich erst auf Papier, schlafe drüber und schau, ob es noch passt. Die Essence passt noch, aber so einen langen Text würde hier niemand querlesen wollen. So fasse ich es, in einer überfliegbaren Fassung zusammen.

Unsere demokratisches Weltbild stößt gerade an seine natürlichen Grenzen. Demokratie und Marktwirtschaft können in einem gesunden Gleichgewicht existieren. Doch wenn der Markt von ein paar Wenigen gesteuert wird und ein Großteil der Gewinne in wenige Hände fließen, entsteht ein gefährliches Ungleichgewicht, insbesondere, wenn den Verlieren die Schuld für ihr Scheitern gegeben wird. Das Wachstum, diese scheinbar ungebremste Jagd nach Gewinn, Kapital, Macht hat dazu geführt, dass die Wirtschaftsmächtigen die demokratischen Prozesse für sich instrumentalisieren. Letztendlich produziert diese Ungleichheit viele Millionen Verlierer. Der viel beschworene deutsche Mittelstand stirbt schneller, als das Eis um Grönland. Bildungssystem, Mindestlohn, Hartz 4, EU Geheimverhandlungen zum Ausverkauf unserer demokratischen Errungenschaften, ungebremster Lobbyismus, die Liste ist lang. So sollten wir uns nicht wundern, wenn all die Verlierer, die Ängstlichen sich in Gruppen zusammenschließen, sich erschreckenderweise sogar in Teilen radikalisieren, welche Farbe, Ideologie, Religion sie sich dabei geben ist nicht relevant. Die Geschichte kennt eine Reihe von Beispielen, wie die Französische Revolution, wo Ungleichheit zu einer Radikalisierung führte. Es ist im Grunde ein weltweites Problem. Früher waren es die Könige, heute sind es die Global Player, die Finanzindustrie, die riesigen Unternehmen mit ihrer milliardenschweren Macht. Der Heizungsbauer, welcher brav seine Steuern zahlt vs Amazon, Google, IKEA mit all ihren Steuerschlupflöchern, wie zum Beispiel Luxemburg. Der Ruf nach mehr Sicherheit, Vorratsdatenspeicherung, noch mehr Überwachung bekommt dabei einen sehr faden Beigeschmack, man fragt sich, wer ruft da eigentlich? Ich denke weltweite soziale Gerechtigkeit ist möglich und nötig, es ist die Lösung vieler Probleme, auch der Kommenden.

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4 Gedanken zu “Verlierer

  1. Moment – wer lässt denn alles zu? Die Bürger, die kaum Protest und keine Opposition kennen. Es is ja nicht so, als könnte man sich nicht zusammenschließen und seinem Unmut Ausdruck verleihen, aber man toleriert stillschweigend jede Entscheidung oder unterstützt sie sogar durch den eigenen Lebensstil.

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