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Ich bin sicher, meine Blogbesucher (die meisten User bei WP „D“ sind gefühlt über 40 Jahre) werden sich noch erinnern. Als ich begann das Netz zu entdecken, gab es im Hintergrund von T-Online noch BTX für die Bankgeschäfte. Später kam AOL mit „sie haben Post“ und all den unzähligen CDs im Briefkasten. Meine erste Homepage baute ich mühselig in HTML, ohne YouTube Tutorial Videos, google und Co, da lag so ein dickes Buch neben mir.
Irgendwann kamen die Apps, Smartphones und etwas später die Tabs, mir war schon früh klar welcher Fluch, neben dem Segen uns Menschheit da beglücken sollte, hier ein altes Blogposting aus dem Jahr 2009.
Im Grunde chippen wir uns freiwillig mit diesen Dingern.
Aber das soll nicht mein Thema sein, mir geht es um die Veränderung des Netzes, wie wir es jetzt kennen.
Die meisten Seiten von euch, also eure hübsch gestalteten Blogseiten kenn ich gar nicht, denn ich lese über den WP-Reader, bekomme eure Seite nur zu sehen, wenn ich direkt auf euren Blog klicke.

In eurer Statistik tauche ich im Grunde nicht auf, Morzilla Widgets unterdrücken das Tracking und die Cookies, Reader Leser werden eh nicht gezählt.
E-Mails schreibe ich nur noch selten und ungern, vieles läuft verschlüsselt über threema.
Meine beiden größer werdenden Freunde nutzen das Netz im Grunde nicht. Sie und ihre Freunde sind nicht bei Facebook, sie nutzen ein paar Apps, wie Instagram, whats app und Spiele Chats.

Einzig für Hausaufgaben wird mal bei Wiki reingeschaut. Ich schmunzel immer, wenn in Schulen die Anschaffung von Tablets gefordert wird. Schlau macht so ein Ding nicht, fördert aber die Weitergabe von Bakterien, und womöglich das Abgreifen von Informationen über unsere Kleinen.
So lange Lehrkörper nicht wissen, was man alles tolles mit so einem Ding machen kann, benötigen Schulen solche Geräte nicht.
Ich halte Füller, Papier, Bücher und Laptops mit Tastatur im Moment noch für viel sinnvoller.
Aber zurück zum Netz, dieses wandelt sich rasant, auch google schaut immer mehr in die leere Röhre, bei Facebook kann ich bei meinen mageren ca. 50 Freunden deutlich erkennen, dass weniger gepostet wird. Kommunikation ist das Herz eines social Networks, bricht diese ab, ist  dessen Lebens- Berechtigungsgrundlage entzogen.
Hier ein Zitat aus einem Posting von Jonny Haeusler auf wired.de

„Meine Söhne und ihre Freunde, alle zwischen 12 und 17 Jahren alt, nutzen so gut wie nie Websites im klassischen Sinne (meint: sie tippen keine URLs in einen Browser ein, um bestimmte Sites aufzurufen und sie haben auch keine Bookmark-Listen). Sie nutzen den Desktop-Computer oder Laptop ausschließlich für Games und ab und zu für die Schule, doch das Internet passiert zu geschätzten 90 Prozent über ihr Smartphone oder Tablets. Auf diesen nutzen sie YouTube, WhatsApp, Snapchat, Twitch, Facebook noch ein bisschen und Twitter nur selten. Informationen und Nachrichten beziehen sie in allererster Linie als Bewegtbild, das ihnen ohne Umwege auf Facebook, per WhatsApp-Nachricht und natürlich direkt auf YouTube begegnet. Absendermarken sind ihnen dennoch bekannt und wichtig, doch die Website von LeFloid haben sie noch nie besucht. Er hat ja auch gar keine.
Nun sind Jugendliche nicht das Maß aller Dinge, und der eigene Nachwuchs schon gar nicht. Aber die Tatsache, dass eine ganze Generation mit Apps statt Websites aufwächst und ein komplett anderes Netznutzungsverhalten an den Tag legt als ihre Eltern, darf als gegeben angesehen und zumindest in Betracht gezogen werden, wenn man über mögliche Entwicklungen der nächsten Jahre nachdenkt. Genauso wie das eigene Verhalten.“

Im Grunde sieht es bei mir genauso aus. Wir brauchen keine Webseiten mehr, ich habe meine vor einem Jahr geschlossen.
Früher gab es Menschen, welche Webseiten bauten, für teuer Geld, dann gab es Tools, welche den Prozess vereinfachten, wie zum Beispiel wordpress Themes.
Bald wird es auch Tools für Apps geben, keine Ahnung, was danach kommt. Es ist der Lauf der Zeit. Meine Bildschirmzeit reduziert sich immer mehr, die neuen Generationen werden sich neu erfinden und vielleicht sogar weniger online sein, als wir es waren. Es ist im Leben ja, wie bei Ebbe und Flut, oder wie bei Arminia Bielefeld, ein Auf und Ab, ein Hin und Weg.
Eines habe ich mit der Weisheit des Alters und dem ewig drückenden Jugendwahn gelernt, mach was dir gefällt und sei es old style.  Bloggen ist verdammt old style:-).

Letztendlich benötigen wir zum Überleben Sauerstoff, Wasser, Nahrung, Wärme, Geborgenheit, all dieser technische Kram hält uns nicht im „Jetzt“, er ist eine mal mehr oder weniger nette Ablenkung.
In diesem Sinne und mit all den anderen Sinnen einen schönen Sonntag!

 

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6 Gedanken zu “Stirbt das Internet?

  1. So, ich habe jetzt erstmal deinen 2009er Beitrag gelesen. Wie Du, habe ich auch einen Feedreader. Dort überfliege ich die Artikel meiner abonnierten Blogs. Ist mein Interesse geweckt, wechsle ich immer auf das Blog.
    Natürlich wird sich das Nutzungsverhalten im Netz ändern. Vielleicht sitzen die Jüngeren wirklich nicht mehr so lange vor ihren Bildschirmen, aber sie sind definitiv so gut wie nie offline.
    Jetzt werde ich mich mit allen Sinnen meinem Kaffee und einem Stück Kuchen hinwenden – absolut echt!

    Gefällt 1 Person

  2. Wer hat denn damals die Grundlagen für all das geschaffen? Das war die Generation in der ich aufgewachsen bin. Mit den Heimcomputern und später mit dem PC gab es eine unglaubliche digitale Aufbruchstimmung. Wir mussten uns selber alles erarbeiten, wir schrieben viele Programme selbst und bastelten am Rechner rum, bis es entwerder ging oder ganz kaputt war. Und dafür darf ich mich heute als „digital Immigrant“ bezeichnen lassen. Von den Jungspunden hat doch fast niemand mehr Ahnung von Computern, die sind manchmal richtig erstaunt was wir noch so wissen und zaubern können. Hoch lebe Interrupt, DMA und XMS, in dem Sinne einen schönen Sonntag.

    Gefällt 1 Person

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