Zweistromland

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Es ist Sommerferienzeit. Die Zeitungen und online News füllen die Sommerlöcher. Morgens holt man Brötchen oder packt das Auto, schraubt den Jetbag auf das Autodach. Die Reisezeit geht ihren Höhepunkt entgegen, eine wahre Völkerwanderung beginnt, ab in den Urlaub trällert es aus dem Radio. Jeden Tag kommt aber aus der Gegenrichtung ein tausendfacher Flüchtlingsstrom. Allein in meiner Heimatstadt Hunderte pro Tag, Turnhallen und ehemalige 4 Sterne Hotels müssen als Notlager dienen. Die Stadt wandelt sich, die Problematik ist nicht mehr zu übersehen.

Es ist eine riesige Aufgabe, die da zu meistern ist. Der Strom in die Hotelburgen und Urlaubsorte ist gut organisiert, der Flüchtlingsstrom ist für die Menschen eine gefährliche Odyssee ohne ein Versprechen auf ein Happy End. Während die einen ihre Urlaubsbilder posten, den Pool, den Strand, die Party, posten die anderen ihre Fluchtbilder, ihre Stationen. Aber warum passiert das alles? Versagt die Politik?

Ich denke, es ist kein Versagen, sondern ein Irrweg, der eingeschlagen wurde, auf dem wir uns befinden. Wachstum um jeden Preis, verschrieben dem Konsum. Afrika ist reich, aber die Menschen haben nichts davon. Die arabische Revolution hat den Ast abgesägt, auf dem sie saß. Ein bisschen fair Trade einkaufen reicht nicht, um die Welt zu verbessern. Wir werden es merken. Der Finger, welcher auf Griechenland zeigt, kann schneller als uns lieb ist, an unsere Stirn hämmern.

Die Finanzwelt treibt die Menschen vor sich her, die Versprechen, die uns den Glauben an sie schenkten, werden mehr denn je gebrochen. Es ist ein Frage der Zeit, bis das Mantra des Wachstums, der liberalen Märkte seine Wirkung verliert. Dann werden neue Feindbilder beschworen, wie es gerade schon passiert. Wenn auch die nicht mehr funktionieren, kommen die Gesetze und Co. Erst danach die Veränderung, wie immer sie aussehen mag, es liegt an uns.

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Ein Gedanke zu “Zweistromland

  1. das hast du gut auf den Punkt gebracht: es liegt an uns … es scheint auch mir wichtiger denn je aktiv zu sein und zu bleiben, es reicht nicht mehr, nur noch für sich und den kleinen Kreis von Familie und FreundInnen das Beste zu tun und zu wollen!

    ich danke dir und grüße dich herzlich
    Ulli

    Gefällt 1 Person

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