Urteile nicht sofort

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Wir sind sozialisiert, vieles in unseren Köpfen läuft auf Autopilot. Das ist sehr sinnig, denn über jeden unserer Atemzüge nachzudenken, würde uns wohl überfordern. So ist es beim Radfahren, beim Essen, aber auch bei unserer Meinungsbildung.
Dieser Autopilot vereinfacht unser Leben. Wir sehen eine ältere, goldbehangene Dame auf der Düsseldorfer Kõ und denken reich.
So könnte man unendliche Beispiele finden. Wir bewerten, um zu ordnen, einzuordnen, Bewertungen sichern uns ab, sichern unser Leben.
Wir nehmen so viele Dinge wahr, dass der Autopilot unverzichtbar ist, sonst würden wir mehr, als nur gegen Bäume laufen.
Aber so ein Autopilot hat seine Tücken, ein Fehlercode nennt sich Vorurteil. Leider gewöhnen wir uns immer mehr an all die Autopiloten und je komplizierter diese Welt wird umso mehr verlassen wir uns auf GPS, Tracker, Suchmaschinen, Formeln, Statistiken, Algorithmen und gerade drum auf unseren persönlichen Autopiloten.
Es lohnt sich, diesen allerdings mal auszuschalten,  vielleicht finden wir in der reichen Dame eine einsame, arme Frau, die sich einmal fühlen möchte, wie früher. Vorurteile sind ein Teil unseres lebenswichtigen Autopiloten, wir sollten sie anerkennen, aber auch hinterfragen.
Spannend ist, wenn uns der Autopilot meldet, „der da ist ja voller Vorurteile“, dann solltet wir schnellstens lächeln und den Autopiloten kurz ausschalten.
https://www.youtube.com/embed/1YahzpDXXkU

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7 Gedanken zu “Urteile nicht sofort

  1. Ein schöner kleiner, trauriger Film. Gute einleitende Sätze von dir davon. Gerade habe ich gedacht, dass es uns vielleicht sogar ein kleines bisschen glücklicher machen könnte, wenn wir zwischendurch häufiger mal den Autopiloten ausschalten, wenn nicht mehr alles so klar und so schwarz und weiß ist.

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  2. In einer Großstadt hängen manchmal Leben von den Vorurteilen ab, hatte Glück und bin gerannt… das ist keine Entschuldigung dafür hinzuschauen wenn man Zeit dafür hätte! Danke

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  3. Immer wieder gerne lese ich bei dir mit und freue mich über deine Sicht der Dinge, vielen Dank! Dazu gibt es dann und wann ein cooles Lied und heute einen wunderschönen Film von einer tollen Slammerin, vielen Dank!
    Beste Grüße Guido

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  4. Stolpersteine fallen mir da ein. Stolpersteine für die Füße und die Augen. Ich meine in diesem Kontext nicht die Stolpersteine, die die Erinnerung an unsere ermordeten jüdischen Nachbarn wachhalten sollen (obwohl deren Sinn natürlich auch darin liegt, innezuhalten, weil man über etwas gestolpert ist, über das man nicht mehr täglich nachdenkt). Den Blickwinkel zu ändern kann auch sehr hilfreich sein. Und auch das Ausmisten der Schubladen im Oberstübchen. In unseren Schränken und Kommoden machen wir das ja auch mehr oder weniger regelmäßig. Den Autopiloten können wir auch umprogrammieren. Wer je eine Atemtherapie gemacht hat, kann das bestätigen. Wir müssen nur lernen, uns selber besser kennenzulernen, uns selber zu verstehen. Das ist ein guter erster Schritt gegen Vorurteile.

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