HH9

 

Wenn man sich so in den sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel wordpress bewegt, oder in der analogen Welt, so stellt sich das ein oder andere Mal die Frage nach Authenzität. Was ist noch authentisch, ist aus dem „Fake“ schon Wahrheit geworden. Als Fotograf schüttelt es mich schon ein wenig, wenn ich bestimmte Bilder betrachte. Es gibt kaum jemanden, der seine Bilder nicht bearbeitet. Mit diesen Bearbeiten der Bilder arbeiten wir womöglich auch an unser Rolle. Wir möchten Anerkennung, Lob, hierzu nutzen wir alle möglichen Mittel. Doch wie authentisch sind wir eigentlich noch, du, ich, sie?

Die Welt in der wir uns bewegen hat feste gesellschaftliche Bilder/Rollen/Normen (siehe mein Posting über das Vorurteil). Wir werden geprägt und sozialisiert von dieser Gesellschaft, doch wie viel Authezität bleibt am Ende über für uns, oder sind wir an unserem Ende womöglich, wie zu Beginn authentisch, in diesem kurzen Augenblick des Todes. Manche Rollen, die wir übernehmen sind so real, dass sie uns authentisch erscheinen, bis das Theaterstück vorbei ist und nach einem kurzen Applaus die Zeit fürs Abschminken kommt. Ich hab immer gern Theater gespielt, Rollen übernommen, den Applaus genossen, leider konnte ich manchmal nicht zwischen Rolle und AuThenzität unterscheiden. Jetzt mag ich es, meine Authenzität, so weit in meinen/unseren Normen möglich, zu leben. Vielleicht sollten wir den Spiegel nicht morgens fragen, wer ist der/die Schönste/r im Land, sondern wie authentisch bin ich eigentlich. Ich denke allein die Frage schützt uns möglicherweise vor Irrwegen, nicht funktionierenden Partnerschaften, seelischen Krankheiten. Die digitale, mediale Welt zeigt uns eine „Truman Show“ und wir füllen sie als Statisten.

Also, ab vor den Spiegel!

Refrain:
Lass dich nicht gehen, du hast die Musik in dir
Ein Tanz ist noch drin, diese Welt schafft es noch
Gib nicht auf, du hast einen Grund zu leben
Vergiss nicht: Wir kriegen nur das, was wir geben

 

 

Hier der Text.-)

Wacht auf Kids
Wir haben die Träumer-Krankheit
Als du vierzehn warst, haben sie dich
In die Knie gezwungen
So höflich, bist fleißig, sagst immer noch bitte
Freund-Feinde, die, wenn’s dir schlecht geht
Nicht mehr deine Freunde sind
Jede Nacht demolieren wir ihre Mercedes-Benz
Erst rennen wir weg und
Dann lachen wir, bis zum weinen
Aber wenn es Nacht wird
Und du das Licht nicht finden kannst
Wenn du glaubst, dass dein Traum stirbt
Dann gib nicht auf, denn du hast die Musik in dir

Refrain:
Lass dich nicht gehen, du hast die Musik in dir
Ein Tanz ist noch drin, diese Welt schafft es noch
Gib nicht auf, du hast einen Grund zu leben
Vergiss nicht: Wir kriegen nur das, was wir geben

Um vier Uhr früh rennen wir eine Wunder-Meile
Wir sind total pleite, aber, hey, wir sind’s mir Stil
Ein böser, reicher Gott fliegt ein, zu deinem Prozess
Aber wenn es Nacht wird
Und du keinen Freund finden kannst
Dann fühlst du, dass alles zerbricht
Genau dann hast du die Musik in dir

Refrain

Diese ganze verdammte Welt kann auseinanderfallen
Du wirst okay sein, folge nur deinem Herzen
Wenn du in Gefahr bist, dann bin ich direkt hinter dir
Sag jetzt, dass du mir gehörst
Du hast die Musik in dir

Refrain

Gib nicht auf, wir spüren die Musik in dir
Fliege hoch, was wahrhaftig ist, kann nicht sterben
Du kriegst nur das, was du gibst
Du wirst kriegen, was du gibst
Hab nur keine Angst vor dem Fortgehen
Krankenkassen zocken ab
Verlogene Großbankiers kaufen ein
Durch vorgetäuschte Computerabstürze
Speisen sie vorzüglich
Fabrizieren Klone und werden immer fetter
Modemagazine machen Fotos
Mit der Hilfe von 8 armen Teufeln
Beck, Hanson, Courtney Love
Und Marilyn Manson
Ihr seid alle nur Attrappen, schert euch in eure Villen
Kommt nur, wir treten euch in den Hintern
Die seelenlosen Medien feiern euch
Führen, die Leute, die gar nicht merken
Dass sie bluten, in die Irre
Keiner mir ein bisschen Verstand
Glaubt, dass es so traurig ist
Ihr habt den Sinn verloren
Hattet ihn sowieso nie begriffen
Die menschliche Natur ist so leicht zu durchschauen
Ich wär ein Narr, würde ich eure Drecksarbeit machen

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14 Gedanken zu “Bin ich authentisch?

  1. Mich haben Deine Sätze an Valeria Luiselli erinnert, die schreibt, ein Mensch hat vielleicht nur zwei Orte, an denen er wirklich eine Heimat hat, zu Hause ist, die Kindheit und das Grab. Ganz davon abgesehen, dass ich das Wort Authentizität nicht mag, weiß ich noch immer nicht, was es eigentlich bedeuten soll. Außer vielleicht, dass man die Lust am Spiel, den Mut zu scheitern nicht verliert und sich immer wenn Entscheidungen anstehen, zum Ziel setzt, seine ganz eigenen Fehler zu machen.

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    1. Ja, Wörter und Bedeutungen sind so eine Sache. Rot bedeutet für Menschen mit eine Rot Grün Schwäche etwas anderes als für Menschen ohne.
      Mit Authentisch ist für mich eine Art Ur Zustand gemeint, ohne Bewertungen, welche wir vorab haben könnten. Etwas, was wir in bestimmten Momenten erleben, wenn wir uns ganz frei fühlen, vielleicht beschreibt es das Gefühl von bedingungsloser Freiheit recht gut.

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  2. Ich bin auch, was Authentizität angeht, eher skeptisch. Wo ich heute authentisch bin, bin ich morgen – irgendwie anders. Wer authentisch sein möchte, denkt wohl an einen festen Kern. Den habe ich nicht. Das Gefühl bedingungsloser Freiheit dagegen kommt mir sehr privat vor. Ich weiß gar nicht, ob ich es mit welcher Öffentlichkeit auch immer teilen wollte. Wenn ich Fotos bearbeite (was ich als „Knipserin“ eher selten mache), ist das ja auch Teil von mir – ob der nun gerade authentisch ist oder nicht.

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  3. Hmm. Ich habe letztens Fotos gepostet mit der Überschrift „Alles echt“. Denn die Sonnenuntergänge waren perfekt, so, wie sie waren. Wobei kein noch so schönes oder geschöntes Foto die wahre Schönheit eines solchen Momentes wiedergeben kann. Denn dem Foto fehlt das Gefühl, das sich in mir ausdehnte in diesem Augenblick. Nur für mich ganz persönlich haben diese Fotos Bedeutung, weil sie dieses Gefühl wieder ansprechen, etwas in mir zum Schwingen bringen.
    Ich habe oft mit Menschen zu tun, die schwer dement sind oder Alzheimer haben. So schrecklich das auch ist, manchmal beschleicht mich der Gedanke, ob diese Menschen nicht ganz bei sich sind. Sie spielen keine Rollen mehr.
    Ansonsten glaube ich nicht, dass wir immer absolut echt sind. Weder in den sozialen Medien noch im ganz normalen Alltag. Wir erfüllen viel zu oft Erwartungen, die wir so nicht erfüllen wollen. Manchmal ist es der normale Arbeitswahnsinn, der uns ein Lächeln ins Gesicht tackert, wo gerade kein Lächeln sein will, manchmal ist es einfach dieses Gefühl, anders nicht geliebt zu werden als in bestimmten Rollen. Aber es gibt diese Momente, in denen wir ganz bei uns sind, innen und außen.

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    1. Hmm…Vielleicht nehmen wir in jeder Situation eine Rolle ein. Sie variiert, je nachdem, in welchem Umfeld wir uns befinden. Mal mit einem guten Freund, mal im Schuhladen. Wir nehmen unterschiedliche Verhaltensweisen an, weil uns gesellschaftlich vermittelt wird, dass es so üblich ist. Aber wir haben immer die Möglichkeit, anders zu handeln, als erwartet. Natürlich findet immer ein Wechselspiel statt zwischen allen Anwesenden. Wir entscheiden nicht allein, welche Rolle wir einnehmen. Das wird irgendwie in der Situation gemeinsam entschieden. Sind diese Rollen wichtig für uns?
      Du sagtest, manche Menschen, denen du begegnest, scheinen keine Rolle mehr zu spielen…Das klingt wie das Ende vom sozialen Leben, oder? Scheinen das leben der Menschen denn trotzdem…lebenswert?
      Ich glaube auch, dass wir oft nicht 100% „echt“ sind. Aber ich glaub zwischen unecht und echt sein, gibt es nochwas: der Mix zwischen anpassen und durchsetzen.

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      1. Schmunzel, ich denken wenn wir authentisch sind, sprich keine Rolle mehr übernehmen, sind wir mitten im Leben. Wenn wir um soziale Kontakte zu bekommen nicht authentisch sein dürften, wäre es für unsere Gesellschaft ein Armutszeugnis.
        Wenn du dich mit all deinen Rollen gut fühlst, ist es doch okay:-).

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