Ich bin faul!

  Ich sitze gerade recht faul im Café. Auf dem Knie die brand eins und auf dem Tisch mein Galao.

In der Ausgabe geht es um das Thema Faulheit. Faulheit hat in Deutschland einen denkbar schlechten Ruf.

Deutsche sind nicht faul.

Dabei ist, laut brand eins und ich schliesse mich dieser These an, Faulheit der Motor für den Fortschritt.

Zitat:“ Das Rad muss ein Typ erfunden haben, der das Laufen satt hatte“.

Wir erfinden ständig Sachen, die uns das Leben erleichtern sollen.

So erinnere Ich mich gerne an meine ersten Jahre im Marketing, wir hatten manchmal nichts zu tun, lachten viel, feierten im Büro, machten verrückte Sachen. Ja, wir waren manchmal echt faul, nicht oft, aber öfter.

Die Arbeit wurde erledigt, schlecht können wir nicht gewesen sein, wir waren Trendsetter, die Firma hatte zweistellige Zuwachsraten.

Irgendwann muss jemand gesagt habe Schluss mit lustig, wir spielen jetzt Big Business.

Den Blick starr auf den Flachbildschirm, Meetings mit einer Menge Power aber ohne zum Point zu kommen.

Wer lacht und quatscht war plötzlich faul und faul war in den Köpfen der Geschäftsführung kein Fortschritt.

Ich bin sicher, sie haben so ein „erfolgreiches“ Firmenführungsseminar mitgemacht.

Es begann die Zeit der hohen Fluchtration, Mitarbeiter kamen und gingen, Lachen hörte man immer seltener.

Zu Anfang stiegen die Zahlen, das war Kerosin für die neuen Erfolgskonzepte.

Ich wurde mit anderen ausgemustert. Der Erfolg der faulen Jahre ist Firmengeschichte.

Jetzt wird gespart, wo es denn geht, um die Zahlen zu halten. Immer weniger Kollegen machen immer mehr Arbeit.

Fortschritt sieht anders aus.-).

In ein paar Jahren wird es neue Seminare geben, neue Erfolgskonzepte.

Bis dahin werden weiter Hamster das Rad laufen, dabei steht die Käfigtür die ganze Zeit offen und die Wiese blüht:-).

Einen schönen faulen Sonntag wünsche ich Euch!

 

 

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32 Gedanken zu “Ich bin faul!

  1. So läuft es bei uns auch…der Grund ist nur ein anderer…einige Kollegen haben das Faulsein zum Beruf gemacht, immer wenigere haben die gesamte Arbeit erledigt ohne nich auch nur ein bissel faul sein zu können…ach ja, die Menschen…

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    1. Faul sein könnten sie ja auch, aber sie machen es nicht und klagen /anklagen darüber womöglich.
      Faul sein hat nichts mit unerledigter Arbeit zu tun, in dem Sinne, wie ich sie im Posting beschrieben habe.
      Die Arbeit wurde immer erledigt.
      Bill Gates soll für grosse Probleme häufig faule Mitarbeiter eingestellt haben, sie lösten die Probleme schnell und effektiv.
      Es gibt auch Menschen die unheimlich viel Arbeit im Job produzieren, und immer sehr beflissen umherlaufen.

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      1. Wären wir alle ein wenig fauler und die Gesellschaft nicht so furchtbar produktiv und auf ewiges Wachstum aus, hätte dieser Planet ne Menge weniger Probleme und die Menschheit würde möglicherweise länger überleben:-)

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  2. um brand eins zu lesen müsste ich schon wieder „nicht-faul“ sein (und zu viel denken…) Ich gucke mal einfach nichtstuend aus dem Fenster, beobachte das stürmische Wetter – und vielleicht kommt dann tatsächlich die lebenserleichternde Eingebung und ich erfinde was?
    Und wenn nicht, dann einfach so einn paar müßiggängerische Grüße von
    mir 🙂

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  3. Begriffe sind halt häufig sehr kulturell-emotional-geschichtlich etc. belegt …
    bei Faulheit denkt doch keiner spontan an eine schöpferische Pause !!! Auch der Begriff Fortschritt hat in meinen Augen etwas Forderndes und schmeckt nach besser-höher-schneller Entwicklung – Schöpfung – mit dem großen Ganzen im Einklang gefällt mir da besser .
    Und Erfolg nach den bestehenden Gesetzen des Marktes ist etwas anderes als Erfolg im Sinne des Allgemeinwohls –

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    1. Das große Ganze im Einklang, könnte auch Langweile bedeuten, Mehrklang eine Welt voller Töne die fortschreiten zu einem nie endenden Stück, welches zum allgemeinen Wohle beiträgt.
      Aber ernsthaft, es geht nicht um eine schöpferische Pause, es geht um Faulheit, zumindest in meinem Posting und in der brand eins.
      Ich kann Faulheit so stehen lassen:-).

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      1. Ah,ok – Du hattest die Faulheit auch mit schöpferischen Prozessen in Verbindung gebracht – deshalb die Idee der Begriffsklärung. Ansonsten viel Spass beim faul sein .)
        Lange Weile könnte eine Empfindung im großen Ganzen sein, nicht grundlegende Qualität dessen … ich stelle mir auch eher das Musikstück vor 😉 …

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  4. Besonders in den kreativen Industrien hoert man jetzt immer oefter, dass alles lockerer werden und die Leute bei der Arbeit Spass haben sollen, weil so ihre Produktivitaet und Ideenrate gesteigert wird. Hat glaube ich weniger mit deinen Anfangsjahren im Marketing zu tun und klingt wie verordnete Spielerei mit Kalkuel. Ach ja und Faulheit ist aller guter Sachen Anfang 🙂

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    1. Damals waren es viel weniger Angestellte.
      Ein schönes Beispiel ist das VW Desaster, so etwas kennen ich auch, alle sehen den Fehler, aber keiner sagt es, weil du sonst dafür Verantwortlich bist.
      Wenn der Chef oder Vorgesetzte etwas entscheidet, wird es hingenommen auch besseren Wissens.
      Im Prinzip hat sich ja auch unser Bildungssystem dem angepasst.
      Freies denken soll möglichst nicht stattfinden.
      Das ganze liegt in der Idee, der wirklich kuriosen Idee vom ewigen Wachstum begründet, die letztendlich nur in einer Katastrophe Enden kann, danach sieht die Welt dann bestimmt anders aus.-).

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