HH13
Ich habe mir mal ein schwieriges Thema zu Gedanken geführt und für mich versucht eine Zusammenfassung meiner Gedanken zu schreiben, sie ist weder wissenschaftlich, noch in mir dogmatisch gefestigt.

Polarisierung als Chance

Wir leben in einer polar bestimmten Welt, es gibt einen Pol und einen Gegenpol. Du bist Ying und ich bin Yang, oder umgekehrt. Ebbe und Flut, Tag und Nacht, Sommer und Winter, Frau und Mann, die Natur ist polar.
Würde man das Leben als eine Linie zwischen x und y betrachten, so haben wir irgendwo auf dieser Linie unseren Standpunkt, dieser hält uns auf der Linie.
Zwischen zwei Polen herrscht Spannung, zum Beispiel zwischen Frau und Mann, zwischen Tag und Nacht (Temperatur).
In jüngster Zeit taucht der Begriff Polarisierung oft in Medien/Netzwerken auf. In diesen Fällen geht es oft um die politische Variante der Polarisierung. Doch anders als in der physikalischen Welt hat die politische Variante einen negativen Ruf.
Dabei ist es sehr sinnvoll sich mit der Polarisierung zu beschäftigen, denn im Grunde polarisieren wir jeden Tag. Wir nehmen Standpunkte ein, die möglicherweise zu Kontroversen führen.
Wir kennen das aus der Familie oder aus dem Fußballstadion.
Polarisieren ist ein Symptom, doch was ist die Ursache, warum polarisieren wir.
Es mag nicht den einen Grund geben, aber ich glaube, die Gründe liegen in unseren Gefühlen.
Wir polarisieren aus Freude, aus Liebe (ich liebe nur Dich), aus Angst und aus Wut.
Als Fußballfan, der ich bin, erlebe ich in 120 Minuten alle Polarisierungsursachen/Gefühle.
Der Schiedsrichter ist ungerecht, ich polarisiere aus Wut, später bei den Fernsehbildern schau ich beschämt. Der Ausgleich fällt, ich schreie den Vereinsnamen und poalarisere aus Freude und ja aus Liebe zum Verein. Der eigenen Mannschaft droht der Abstieg, der Trainer muss schuld sein, ich polarisiere aus Angst. Hinzu kommt  eine Identifikation mit dem Verein, den gleichgesinnten Fans.
Ich habe festgestellt, dass es wichtig ist, seine Gefühle zu äußern, seine Ängste, die Wut, die Freude, die Liebe zu jemanden oder etwas. Manchmal umschreibt man solche Gefühlsthemen, gerne mit dem Wetter, oder halt Fußball. Wer sagt schon morgens der Bäckersfrau „hey ich bin total verliebt, 2 Griesbrötchen und ein Puddingteilchen bitte“.
Polarisieren heißt Meinungen zu vertreten, welche in uns, aus Gefühlen entstehen und diese Gefühle entstehen aus Erfahrungen aus unseren Prägungen.
Wir haben eine deutsche Vergangenheit, wo Meinungsunterschiede und eine soziale Differenzierung zu Massenmord und Krieg geführt haben.
So birgt die Polarisierung, wenn sie gestaut hervorbricht und manipulativ eingesetzt wird, eine sogar möglicherweise tödliche Gefahr.
Mir ist aufgefallen, dass ich selbst, in für mich schlimme Polarisierungen falle, wenn ich meine Gefühle unterdrücke, mein Selbstwert nicht gut bestellt ist. Eltern kennen es bestimmt, Ärger im Job, ein Streit mit dem Partner, das Gefühl nicht wahrgenommen zu werden und das Kind hat nicht, wie versprochen sein Zimmer aufgeräumt. Ich erspare mir an dieser Stelle die „immer“ Sätze, die auf das arme Kind niederprasseln und das nimm dir mal ein Beispiel an …
In der jetzigen Gesellschaft schweigen wir oft, im Betrieb, aus Angst unseren Job zu verlieren, ALG2 gekürzt zu bekommen, in der Uni, im Freundeskreis, um nicht ausgegrenzt zu werden, eine Menge Ängste um die Zukunft treiben uns um. Oft verschweigen wir sie, alles lucky, alles Facebook, lächeln auf Snapchat, Niemand von uns möchte gesellschaftlich als Verlierer dastehen.
Die Gefahr ist ein Gefühlsstau, möglicherweise ist es im Stadion drum so laut. An diesem Punkt besteht allerdings auch die Gefahr, dass jemand kommt, der sich meinen Gefühlen annimmt, der ihnen Gehör verschafft und ich mich einfach andocken kann, der mir meinen Selbstwert wiedergibt, mir ein wenig die Angst nimmt, durch Polarisierung, er verschafft mir einen Standpunkt auf der Linie, wo ich doch Angst hatte runterzufallen. Diese Gefahr lässt sich nicht ausschließen, aber wir können sie eingrenzen.
Geben wir den Polarisierungen in uns eine fair trade Chance, erkennen wir die Ursachen, dann könnten wir auch die Polarisierungssymptome so hinbekommen, dass wir human und respektvoll handeln. Polarisierungsmanipulatoren hätten so schwer eine Chance uns einzufangen. Ein Standpunkt ist wichtig, ohne ihn drohen wir zu fallen. Zwischen x und y ist unenedlich viel Platz, unseren Standpunkt können wir jederzeit wechseln, wenn wir das Gefühl haben zu fallen.
Klar können wir gegen Polarisierung sein, aber es wäre paradox.
Was wir Menschen immerhin gemeinsam haben, wir polarisieren.

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19 Gedanken zu “Polarisierung als Chance

      1. Guten Morgen! Sehe ich auch so. 😄 Ja, verwend ich eigentlich sehr selten das Wort, aber irgendwie find ich es lustig. Bin ziemlich wortflexibel – in meinem Werterahmen (außer bei „Alter“ – da bin ich starr und strikt dagegen – ohne wenn und aber 😄) Darf ich dich fragen von welchem Verein du Fan bist?

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  1. Ah, ja jetzt wo ich es weiß springt es mich quasi an. Ich mag diese positive Fanbegeisterung total gerne! – mein (Fan)herz hängt (einmal nationalbedingt – einmal familiärbedingt) an Skifahren und Eishockey. Blogge noch nicht so lange (so intensiv) und hab auch noch nicht so viele Seiten ausfindig gemacht und durchforstet, die mir gefallen (das ist bei mir eher eine Zeitfrage nebst meinen Liebsten 🙂 )

    Ja, zum Glück erledigt sich das rasch wieder (das ist wie mit Kaka und Lulu bei drei- bis sechsjährigen) 🙂 Alterfalter find ich gut 🙂 Ich sag manchmal „alter Schwede“ oder „alter Verwalter“

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    1. Wollte den Blog im Grunde sch schließen, gerade hab ich Zeit und Muße.
      Im Grunde schreibe ich die Sachen ja für mich, schaue selber immer mal in alte Postings.
      Ist eine Art Büchlein für Zitate, Musik, Geschichten.
      Eine Zeit bin ich oft gereist, da gab es immer viele Storys.
      Das ich so viele Sachen, wie in den letzten Tagen schreibe ist selten geworden.

      Gefällt 1 Person

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