Motivation! Oder lass ich es doch lieber?

Eine Freundin von mir schrieb, sie hätte keinen Antrieb, die Motivation würde ihr fehlen, sie würde sich leer fühlen. Der innere Schweinhund wäre einfach nicht zu bezwingen.
Sie schrieb mir, „diese Gedanken drück ich dir mal auf, ohne Erwartung, dass du die Lösung parat hast“, „verstehn und Zuhören ist auch toll“.

Nun liebe A, ich versuche mich an einer Idee.
Früher gab es oft Autos, die an einem vorüberfuhren, quietschend und ich wusste, der Keilriemen ist locker.
Heute sagte ein Bekannter, dass er vor Ostern einen Ölwechsel machen wollte, aber an der Tanke eine riesen Schlange stand, heute wäre es leer gewesen. Unsere Autos bekommen ihren Ölwechsel, besonders vor der Urlaubsfahrt, wir stellen den Keilriemen nach und fahren zur jährlichen Inspektion, Checkheft gepflegt, wie es im volkssprachlichen Sinne heißt.
Mit uns selbst gehen wir da oft etwas unachtsamer um. Menschen sind Meister im Ignorieren, im Wegschieben von Gefühlen, unangenehmen Dingen.
Einerseits ist es ein uralter Instinkt, welcher aus einer Zeit kommt, in der wir ums Überleben kämpfen mussten, andererseits ein gesellschaftliche Phänomen dieser Zeit.

Das Auto benötigt sein Öl und wir Menschen unser Dopamin.
Aber auch ein Auto stellen wir mal ne Zeit in die Garage oder Parkhaus, spätestens, wenn das Kühlwasser kocht.
Keinen Antrieb zu haben kann die Idee zu einer Lösung von Motivationsproblemen sein, liebe A.
Einen inneren Schweinehund darf man erst einmal kennenlernen, bevor man vorhat ihn zu bezwingen, vielleicht wird man ja auch der Kumpel vom Schweinehund. Bezwingen kann man Berge, aber auch vom Gipfel darf man wieder runter. Da, wo etwas leer ist, liegt ein Raum, den man füllen kann, Platz für Neues. Antriebslosigkeit und Leere sind also nicht unbedingt schlechte Dinge, die es zu bezwingen gilt.
Sie zeigen beim Auto oft, der Tank ist leer, kein Dopamin. Beim Auto meldet sich die Tankanzeige, bei uns Menschen haben wir vergessen, wie diese funktioniert.
Drum gebe ich dir den Satz zurück „Verstehen und Zuhören ist auch toll“ und das geht am Besten, wenn man dasteht, ohne Antrieb. Denn sobald der Mensch voller Motivation ist, fliegen uns wieder tausendundeine Sache zu, wer denkt in solchen Zeiten an Ölstände, Tankanzeige, oder dieses Quietschen im Ohr. Meine Idee ist eine Art persönliches Checkheft und ein Verständnis davon, wie wir funktionieren.
Keine Angst davor zu haben, wenn die Anderen an uns, mit lauten Motoren vorbeirauschen, während wir auf dem Standstreifen stehen und etwas verzweifelt versuchen die Nummer vom Pannenservice zu suchen, während die Akkuanzeige vom Smartphone aufdringlich rot blinkt. Schau dir die Raser, die dicken Trucks, die Sprinter, die Caravangespanne, die Zweiräder an.
So ein Leben ist voller Überraschungen liebe A und dann, wenn man nicht mehr weiter weiß, kommt aus einer gefühlten Leere die Lösung und für Lösungen ist so ein Standstreifen ganz gut.

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6 Gedanken zu “Motivation! Oder lass ich es doch lieber?

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