Laterne singen gehen war wohl eines meiner ersten Abenteuer, an die ich mich erinnern kann, abgesehen davon, dass ich mal in einem Matschboden stecken blieb.
Viele Dinge verschwinden aus dem Alltag, die Faxgeräte, schnurgebundene Telefone, telefonische Zeitansagen, Kassettenrecorder, diese gelben Telefonzellen, manche Dinge, wie die Kaffeemaschine mit Filteraufsatz tauchen auch wieder auf. Alles ist im Wandel und war es schon immer und wird wohl auch immer so sein.
Das Laternensingen wurde in den letzten zwei Jahren politisiert und ich mag diesen Diskurs hier nicht fortsetzen.
Mich hat es damals Mut gekostet von Haus zu Haus zu gehen und mit paar Kumpels Lieder zu schmettern, wir entwickelten dabei so etwas, wie eine Art Geschäftssinn und sangen gern in Siedlungen englischer Soldaten, welche den deutschen Brauch nicht kannten und anstatt Süßes Geld gaben. Mut hatten auch die Eltern, ihre Kinder in die Nacht zu lassen, damit sie an fremden Türen klingeln und singen, so ganz ohne GPS Überwachung und Bodycams.
Ich mag Laternenumzüge und die Wetten der Eltern, wie viele Laternen abbrennen. Ich erinnere mich noch an einen völlig verregneten Umzug im Kindergarten, wo Erzieher und Elternrat sich nach dem Umzug und Aufräumen, mit Weihnachtsbier so einige Laternen anzündeten.
Keine Ahnung, wie sich Laterne, Laterne Sonne, Mond und Sterne in Zukunft entwickeln, meine Erinnerungen bleiben und so manches Schmunzeln im Gesicht.

5 Gedanken zu “Laterne singen…

  1. Was ich interessant fand war, das in meiner Kindheit im Norden das laternegehn zelebriert würde, eben mit vor den Türen singen und sussigkeiten kriegen. Oder Geld. Ohne Eltern. Und dann kam ich nach Bayern und da geht man nur am Martinstag und singt nicht vor den Türen. Da ist man katholisch. Im Norden ist man eher auf Profit aus.😎

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  2. Ich erinnere mich gerne an die Laternenumzüge, die ich, obwohl im protestantischen Berlin lebend, immer nur als Martinsumzüge kenne. Besonders an das Basteln der Laternen erinnere ich mich. Meine Söhne waren sehr kreativ! Als ich vor zwei Jahren einen Laternenumzug der Kita zweier Enkel begleitete, waren nur sehr wenige Laternen aus eigener Produktion. Und alle, wirklich alle, hatten LED-Kerzen. Aus Sicherheitsgründen.

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