Diesen Satz habe ich schon häufiger gehört, in der letzten Zeit wieder das ein oder andere Mal.
Woher der Begriff seinen Ursprung hat, ist mir nicht bekannt, aber seine Bedeutung im umgangsprachlichem Bereich ist so etwas, wie verrückt.
In meiner Heimatstadt gab es eine Spinnerei, aber das ist schon etwas länger her.
Letztens fragte ich mich, warum ich ein „Spinner“ sein soll, warum andere wohl Spinner sind.

Wenn man jemanden Spinner nennt, ist es ja, zumindest aus meiner Sicht etwas abwertend.
Zugegeben, ich entspreche nicht allen gesellschaftlichen Normen, hatte früher eine Menge verrückter Ideen, heutzutage weniger verrückte, fahre kein Auto, bin empathisch, philosophiere, gehe in menschliche Tiefen und singe manchmal laut rum.
Macht einem das zu einem Spinner? Ich denke rumspinnen, anders sein, Gefühle zu zeigen ist doch im Grunde eine gute Sache.
Was wäre die Welt, hätte es keine Spinner gegeben.
Und wer stellt eigentlich die Spinnerregeln auf, vielleicht sind ja die Genormten die Spinner.
Ich finde es fein, dass es in dieser Welt eine Vielfalt von menschlichen Typen gibt.
Leonardo da Vinci, Goethe, Franz von Assisi, Galileo Galilei, Nikola Tesla, Albert Einstein, waren womöglich alles Spinner. Dann gib es da noch die vielen unbekannten Spinner, welche diese Welt zu einer ungewöhnlicheren, bunteren werden lassen.
Letztendlich denke ich, in jedem von uns steckt ein Spinner, wir müssen uns nur die Freiheiten geben, spinnen zu dürfen.

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
Albert Einstein

21 Gedanken zu “Du bist ein Spinner!

  1. „Jeder hat es ja gewusst, jeder hat es ja geahnt, dass mit dir etwas nicht stimmt, egal, lass sie nur reden. Wenn du etwas anders bist, als der ganze lahme Rest, wird die Stadt langsam nervös, egal, lass sie nur reden….“ Ich war früher eingeschworener Fan von Rosenstolz, die meisten Lieder gefallen mir auch heute noch sehr gut. Spinner machen die Welt bunter, das ist so. Manchmal können sie die Welt einfacher erklären als ein Wissenschaftler. Weil sie mit allen Sinnen sehen. Nun ja, es gibt auch Spinner der unangenehmen Art, die haben gefährliche Ideen.

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  2. Spinnen ist eine Kunst. Es entstehen Fäden, aus denen entsteht Gewebe.
    Die (scheinbar) abwertende Bedeutung kommt vielleicht daher, dass in der Spinnstube Geschichten erzählt wurden – Spinnen weckt Assoziationen zum Gedanken schweifen lassen, Kreativität, Vorstellungskraft, Phantasie.
    Eine sehr schöne, magische, wichtige, heilsamer Kunst, das.
    In der Normalität wird nicht gesponnen. Da, wo ich bin und sein will, da wird oft und viel gesponnen. =)

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  3. Lieber ein bischen verrückt sein , als so langweilig wie eine graue Buchhalerin oder Bankerin oder was es sonst noch an sogenannten „seriösen“ Berufsbezeichnungen gibt.
    Jeder ist so wie er ist , wenn wir einander in Ruhe lassen würden und nicht immer wegen Andersartigkeit angreifen würden gäbe es bestimmt auch weniger Probleme.

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  4. Eine Sache ist die Einteilung, da wird gesellschaftlich in Altersgruppen, Sozialgruppen, Religionsgruppen, etc. aufgeteilt und ge(be) wertet.
    Mein Zitat von heute passt ein wenig dazu

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  5. „Ich denke rumspinnen, anders sein, Gefühle zu zeigen ist doch im Grunde eine gute Sache.“
    Bleib so, wie Du bist.
    Die sind eh nur neidisch 😉
    Ich liebe diesen Text, Danke ❤

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  6. Wissen ist begrenzt, Phantasie unendlich. Ich glaube, das „Spinnen“ ist die Essenz für den Fortschritt, denn wer nur in Normen denkt und gedankliche Grenzen nicht überwindet, der bliebt in dem stecken, was bereits existiert. Die Welt braucht Spinner mehr als je zuvor – zumindest die guten Spinner. Denn nur die können auch eine Möglichkeit finden, die bösen Spinner zu entzaubern und ihnen so ein für alle mal den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und Gefühle zeigen wird ja heute teilweise als Schwäche ausgelegt: Weint ein Fußballfan, da seine Mannschaft verloren hat, ist das normal. Weint eine Greta, weil man ihrer und den folgenden Generationen die Welt zerstört, stufen sie viele als verrückt ein. – Da kann man zu Greta stehen wie man will, aber diese Unterscheidung zeigt mir, dass hier auch die Wahrnehmung der Gesellschaft vollkommen von der Realität abweicht. Und dass Empathie heute in vielen Bereichen maßgeblich von der eigenen Meinung abhängig gemacht wird. Und das ist genau der falsche Weg.

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  7. Ich denke Greta wird nicht als Spinnerin gesehen, man versucht sie so möglicherweise zu diskeditieren, die Angst mancher menschen, die sehr gut am Status Quo verdienen ist wohl recht groß, eben diesen Status zu verlieren, was ersteinmal verständlich ist, aber die dringende Notwendigkeit eines Wandel in keinem Fall auschließt.

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  8. Ja, das stimmt auch wieder. Es stehen sehr viele Machtinteressen und Gier vor dem Wandel, der stattfinden muss. Und da schrecken die Profiteure unseres jetztigen Systems vor nichts zurück, um die „Gegner“ auszubremsen und sie in ein schlechtes Licht zu rücken. Leider funktioniert es auch in viel zu großen Teilen.

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