Es ist immer Zeit für Emotionen, wir Menschen sind schlicht und einfach emotional gesteuert.
Auf meinen Reisen ist mir allerdings aufgefallen, dass die Verarbeitung von Emotionen, je nach Land oder Region durchaus unterschiedliche Formen annehmen kann. Das hat wohl mit verschiedenen, oft sich ergänzenden Faktoren zu tun, mit Licht, Sozialisation, Religion, politischen Aspekten etc.
Wer mal von Köln Bonner Flughafen nach Rom-Fiumicino fliegt, wird auf beiden Airports wahrnehmen können, wie unterschiedlich, emotional die Menschen sein können.
Man sagt, manche Männer heulen nur beim Fußball. Emotionen sind oft wie ein Eisberg, der Großteil liegt unter Wasser und ist nicht sichtbar.
Die Weihnachtszeit ist zumindest im Norden der Erdkugel, oder besser gesagt im religiös christlich geprägten Teil der Welt, die große Bühne für Emotionen. Für die Gespielten und die Echten.
Wir, in diesem Fall auch ich, schauenin dieser Zeit rührselige Filme, lustig Komödien, besuchen möglicherweise eine Kirche und lieben unseren Nächsten, wie uns selbst, zumindest für einen emotionalen Moment.
Wenn uns der Kirchenbanknachbar bei der Abfahrt die Vorfahrt nimmt, können auch andere Emotionen zum Vorschein kommen.
Viele unserer Gefühle eines langen Jahres haben wir weggedrückt, geparkt, noch nicht angeschaut.
In der Weihnachtszeit kommt oft der große Moment, da kommen all die Erinnerungen und wir begegnen Menschen, der Familie oder wir fühlen uns einsam, womöglich sogar im Beisein all dieser Menschen. Dann bricht mancher Staudamm.
Dabei gibt es zumindest, für manches nicht so schöne Gefühl, die Möglichkeit der Wandlung.
Die Tage werden länger, das Licht kommt wieder.
Wir erleben gerade eine Zeit, ein Jahrzehnt, wo Psychologen kaum noch Termine zu vergeben haben, wo es on Vogue ist, Gefühle zu überspielen, wir suchen uns Stellvertreterthemen, manchmal auch Stellvertreter Personen, die doofe Kollegin, der unfaire Chef, die fiese, unfähige Behörde.
Nutzen wir einfach diese emotional Schokoladenzeit und fangen an die emotionalen Haselnüsse aus unseren Lebenslebkuchen zu pulen.
Geben wir unseren Emotionen eine Ganzjahreschance. Wer nicht weiß, wie solche Chancen machbar sind, wie man sie leben kann, denen sei gesagt, besucht Rom-Fiumicino und hört und staunt.
Gefühle sind ein Teil von uns, wir können täglich mit ihnen sprechen und sie akzeptieren lernen, nur Mut.

Das Bild zeigt nicht den römischen Airport, sondern den El Prat Airport, Barcelona, Terminal 2, mit dem ich ein paar Gefühle verbinde, hier habe ich das ein oder andere paar Schuhe und viele Kindersachen gekauft.
Auf dem Bild sind die Zeichen der digitalen Zeit zu sehen.

Dennoch gibt es keinen Seelenzustand, er möge noch so einfach sein, der sich nicht jeden Augenblick verändert, weil es kein Bewußtsein ohne Gedächtnis gibt, keine Fortsetzung eines Zustandes in der Zeit, ohne daß zu dem gegenwärtigen Gefühl die Erneuerung der vergangenen Momente hinzukommt.
Henri Bergson

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2 Gedanken zu “Zeit für Emotionen

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