Ich hab zu Weihnachten ein kleines Buch von einem sehr guten Freund geschenkt bekommen und es auf einer Zugfahrt gelesen.
In dem Buch, es ist ein sogenannter SPIEGEL-Bestseller, geht es um den Sinn des Lebens.

Ein sinnvolles Buch, wie mir scheint und vorab möchte ich sagen, es geht hier nicht um eine Beschreibung oder die Bewertung dieses Bestsellers.
Wann taucht eigentlich diese sinnige Frage, was dieses Leben denn eigentlich soll auf?
Ich würde behaupten wollen, es gibt völlig unterschiedliche Zeiten, Orte und Lebensjahre.
Es kann auf dem Klo passieren, beim Koksen im Hotelzimmer, kurz nach dem Orgasmus, in einem stillen Moment in der Burn-out-Klinik, vor dem Traualtar, in der Uni Mensa, womöglich in der Grundschule, wenn die Tafelkreide wieder mal quietscht, oder auf dem Sterbebett.
Leider weiß ich nicht mehr, wann ich mir das erste Mal die Sinnfrage gestellt habe, aber in jedem Fall ist es schon länger her, womöglich habe ich auch nicht gefragt, was ist der Sinn meines Lebens, sondern was der ganze Scheiß hier soll?!
Ich habe mir diese Frage sehr oft gestellt und es gab verschiedene Erklärungen, sagen wir besser Versuche.
Auf der Sinnsuche habe ich viele Bücher gelesen, bin in die eine
oder andere Philosophie eingetaucht, habe mit so einigen, sehr unterschiedlichen Menschen über das Thema philosophiert.
Was ist der Sinn deines Lebens??
Es tauchte ebenfalls die Frage, in meinem, manchmal sinnentleerten Kopf auf, will ich das überhaupt wissen, will ich nach INDIEN und mein Palmblatt ziehen?
Und vorgestern, in diesem Zug, in einem überhitzten Zugabteil und einem geschlossenen Bordbistro, kam mir dann der Gedanke zu diesem Posting. Nein, ich hatte keine Erleuchtung, womöglich unterbrach der Zugschaffner diesen lichten Moment, aber ich schaffte es, meine Gedanken zu ordnen, was schon Mal eine Offenbahrung sein kann. Und an dieser Stelle, also genau hier und jetzt, versuche ich sie noch einmal zu digitalisieren, denn auf Papier zu bringen würde nicht mehr passen.
Nun denn, in den letzten Wochen habe ich öfter Karten gezogen, solche Orakelkarten, wie zum Beispiel Tarot. Manche Menschen, wie ich machen so etwas zur Jahreswende.
Obwohl ich es besser weiß, dachte ich, die Karten sagen mir die Zukunft etc.
Aber im Grunde sagen mir die Karten nur,  was ich über sie denke und hinein interpretiere, also meine Wahrheit. So, wie die Quantenphysiker davon ausgehen, dass ihre Wahrheit, ihr Gedanke über den Versuch, das Ergebnis beeinflusst.
Ich möchte den Sinn solcher Karten mit dieser Aussage nicht schmälern, oder aufwerten, grundsätzlich kann eine Art der Reflexion über sich selbst durchaus erhellend sein.
So können wir manche Karten oder deren Aussage, als Mutmacher, Trostspender, usw. mit in unseren Tag nehmen.
Ich persönlich habe den Sinn des, oder schreibe ich besser, meines Lebens, nicht in Büchern oder Karten gefunden, sondern beim Fußball.
Der ein, oder andere Leser mag jetzt leicht die Augen verdrehen und zum Querlesen oder Lesestop übergehen.
Für mich ist dieser Gedanke zu einer Art Metapher für mein Leben geworden, schon öfter habe ich hier ein wenig davon preisgegeben.
Also beschreibe ich mal mein Stadion „Sinn des Lebens“. Zu allererst bin ich Fan meiner Mannschaft und gespielt wird auf dem Platz.
Das Spiel ist der Dualität geschuldet, denn nur mit einer gegnerischen Mannschaft ergiebt das Spiel einen Sinn. Der Sinn des Spiels ist das Spiel selbst. Mann kann es nicht alleine spielen und es gibt Regeln, Schiedsrichter, Trainer, Zuschauer, sogar einen Platzwart.
Man hat eine Rückennummer und spielt eine Position und die kann schon einmal wechseln. Ich muss in diesem Spiel nicht alles können. Auch als Torwart darf ich Tore machen, manchmal serviert man sich auch ein Eigentor. Ohne ein gutes Zusammenspiel der jeweiligen Mannschaft, einer Art Taktik, ist es schwer in diesem Spiel zu punkten. Fußball, wie auch das Leben ist ein Teamsport.
Man spielt sich den Ball zu, hilft aus, wo der Andere überlaufen wird.
Wer zu eigensinnig ist, verdribbelt sich womöglich in der gegnerischen Abwehr und riskiert einen Konter. Manchmal läuft man auch einfach in Abseits, oder wird ausgewechselt, wird böse gefoult und ist verletzt, oder fliegt wegen grober Regelverletzung vom Platz.
Mit unserer Geburt stehen wir auf dem Platz, lernen das Spiel, seine Regeln und das Ziel.
Ziel ist es Tore zu machen, zu Punkten, zu spielen, auf dem Platz zu stehen. Der Sinn ist, wie schon geschrieben das Spiel selbst und die Lust es zu spielen. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, es gibt Auf- und Abstiege.
Eine erste und eine zweite Halbzeit, eine Hin und eine Rückrunde.
Zwischendurch spielt man auf Turnieren, gewinnt womöglich den ein oder anderen Pokal.
Vielleicht wechselt man auch den Verein, oder muss wechseln.
Womöglich ist man eine Zeit lang vereinslos. Über manche Schiedsrichterentscheidungen freut, oder ärgert man sich. Manchmal verlässt uns ein Sturmpartner und wechselt den Verein. Am Elfmeterpunkt stehen wir allein, hinter uns die Mitspieler.
Die schönsten Tore machen wir, wenn wir nicht nachgedacht haben, sondern der Spielfluss uns mitgenommen hat und wir uns später fragen, wie wir den da oben ins Eck reinbekommen haben. Manches Spiel gewinnt man mit Humor.
Manche Tore schießen wir erst in der Nachspielzeit, oder verlieren ein sicher geglaubtes Spiel.
Wichtig ist, dass wir das Spiel als Ganzes erkennen und lieben, den Gegner respektieren, Teil eines Team sind, die Regeln verstanden haben, unsere Niederlagen anerkennen, die Siege zusammen feiern und unsere Trainingszeiten nutzen. Meine Wahrheit sagt mir, es gibt eine ewige Saison und unendlich viele Spiele und Turniere, also dürften wir etwas gelassener sein, wenn wir denn mal wieder ein 0:6 kassiert haben, oder ausgewechselt wurden.

Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
Mario Basler (Ex Fußballer)



Falls eine Spielmüdigkeit entsteht, oder entstanden ist:
Die TelefonSeelsorge hat verschiedene anonyme und vertrauliche Beratungsangebote im Internet. Ein persönliches Gespräch bietet die TelefonSeelsorge anonym und rund um die Uhr unter den gebührenfreien Telefonnummern 0800-111 0 111 und 0800-111 0 222 an.
oder: www.selbstmordhilfe.com


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