Ich schrieb vor einiger Zeit, in diesem Blog den Satz, früher kam mir die Welt größer vor. Ich bin recht viel unterwegs gewesen in meinem bisherigen Leben und mit der Zeit, auf meinen letzten Reisen, kam mir die Welt recht klein vor. Viel Natur, die ich noch vor Jahren bestaunen konnte, ist zerstört worden.
Mein Abenteuergefühl auf Reisen ging mit der Zeit verloren.
Als Kind war die Welt sehr begrenzt, da gab es das Wäldchen, den Bach, die Siedlung, die Schule, die Straße in der man lebte. Meine Eltern waren sehr reisefreudig, so wurde die Welt größer. als Kind hatten die Bäume in der Siedlung teilweise Namen, die wir ihnen gaben. Mit den Urlauben, Reisen erweiterten sich die Distanzen, die digitale Welt erweiterte sie ebenfalls. Meine Aufmerksamkeit, mein Interesse an der Natur gingen in einem ausgefüllten Alltag verloren, nicht bewußt, eher als schleichender Prozess.
Die Reisen wurden „hektischer“, das Leben bestand immer öfter aus Tastaturen und Bildschirmen, Meetings und dem Zuwachs von Vermögenswerten. Ich denke es ging und geht vielen Menschen so.
Ich möchte es nicht bewerten. Mir persönlich ging aber etwas verloren, der Blick auf das Wesentliche, die Natur!
Langsam, in kleinen Dosen nähere ich mich wieder an. Um die Natur zu sehen benötigt man keine Reise in die Alpen, ans Meer, in die Wüste. Die Natur ist um uns herum, sei es die Milbe im Bett, das Wespennest im Carport, die Pflanze, in dem Balkonkasten, die letztes Jahr noch nicht da war, oder die große Spinne im Waschkeller. Natürlichkeit begegnet uns überall. Das ist nicht immer eine positive Sache, so sorgen die Pollen für den Bestand der Natürlichkeit, aber auch für nervige menschliche Nebenwirkungen. Jeder neue Mensch sorgt ebenso für neue Auswirkungen.
Beim fotografieren von Schmuckstücken, für eine Präsentation im Internet, endeckte ich jungen Schnittlauch, siehe Bild. Er hat, wie ich finde ein tolles Design. Mir wurde damit plötzlich wieder klar, das diese Welt sehr viel größer ist, als ich es bisher wahrgenommen habe. Es gibt im Grunde noch so Vieles zu entdecken.
„Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.“
Christian Morgenstern

In diesem Sinne einen sonnigen Sonntag!


Ein Gedanke zu “Die kleinen Dinge

  1. Ich habe gestern eine Nachtigall gesehen. Berlin ist die Lieblingsstadt dieser Sangeskünstler. Hier am Stadtrand sind eine Menge Nachtigallen am Singen und Umwerben der Weibchen. Nur zu sehen sind sie nie. Bis ich gestern eine so dicht am Wegesrand hörte und so lange stehen blieb, bis ich sie sah. Das war einfach toll!

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