Können wir Krise?


Es gibt in einem Menschenleben Krisen.
Eine Krankheit, Jobverlust, Beziehungsprobleme, Krisen haben vielfältige Gründe.
Es gibt allerdings auch Krisen, welche uns als Gesellschaft, gar als gesamte Menschheit erfassen.
Krisen brechen oft aus dem Nichts über uns herein oder sie wachsen langsam an. Oft möchten wir nicht hinschauen, uns der Krise nicht stellen.
Doch Krisen gehören leider zu unseren Leben dazu. Frage ist, welche Voraussetzungen benötigen wir persönlich und als Gesellschaft um Krisen zu meistern?
So genannte Prepper bereiten sich auf Krisen vor, indem sie Lebensmittel, Waffen und andere Dinge zum Überleben horten. Der Begriff Prepper leitet sich aus dem englischen Begriff prepared ab, übersetzt bedeute er, vorbereitet sein.
Auf Krisen vorbereitet sein macht durchaus Sinn, auch das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt bestimmte Lebensmittel und Dinge vorrätig zu halten.
Doch was benötigen wir persönlich und als Gesellschaft mental um eine Krisenzeit zu überstehen?
Ich denke am Anfang steht die Akzeptanz. Die Fähigkeit sich einer Krise zu stellen, sie anzuerkennen, den Anforderungen und Ängsten Raum zu geben. Damit einher die Bereitschaft sie zu durchleben. Diese Bereitschaft beinhaltet Zuversicht und Hoffnung die Krise zu meistern.
Krisen benötigen Mut zur Kreativität, Erfahrungswerte sind wertvolle Begleiter durch eine Krise.
Die meisten Krisen lassen sich nicht alleine bewältigen. Der Prepper kann in den Wald gehen und hoffen das die Krise, die Gefahrensituation nach einer bestimmten Zeit vorbei ist, löst aber nicht zwingend die Krise, möglicherweise löst er bei sich eine neue Krisensituation aus.
Der Zusammenhalt innerhalb von Gemeinschaften läßt uns Krisen besser meistern und sie überstehen. Bei einer persönlichen Krise benötigen wir die Empathie von unseren Mitmenschen, das können Freunde, Familie, Bekannte oder Fachleute, wie Ärzte, Psychologen, Pastoren etc. sein. Da jede gesellschaftliche Krise, Katastrophe im Grunde jeden Einzelnen trifft, ist auch hier Empathie und ein sozialer Umgang miteinander ein sehr wichtiger Faktor.
In Fußballclub ist dieses Faktum gut bei Abstiegen in der Fanszene zu beobachten.

Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus 2 Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit
John F. Kennedy

Kommen wir noch einmal kurz auf den Prepper zurück und stellen uns vor, in einer Krise gebe es nur Prepper, welche den Wald aufsuchen um dort eine Krise auszusitzen. Es würde plötzlich eng werden im Wald, möglicherweise gebe es Streit um Wasser und Ressourcen. Würde der Prepper mit den besseren Waffen gewinnen, oder die Prepper, welche sich als Gruppe zusammenschließen?
In jedem Fall würde eine neue Krise in einer Krisensituation entstehen.

Ein Stichwort der Krisenbewältigung lautet Resilienz, damit ist die psychische Widerstandsfähigkeit des Einzelnen gemeint. Der Mensch ist widerstandsfähiger, wenn er sich sozial eingebunden fühlt, so ertragen Fußballfans den Abstieg ihrer Mannschaft gemeinschaftlich einfacher.

Krisen sind Weichenstellungen des Lebens.
Andreas Tenzer

Das Erlernen sozialer Kompetenzen, verbunden mit einer gesellschaftlichen Empathiefähigkeit scheint für das Durchleben von gesellschaftlichen Krisen und Katastrophen ein wesentlicher Bestandteil. Ob und inwieweit das deutsche Bildungssystem und die gesellschaftlichen Werte der letzten Jahrzehnte dem Rechnung tragen, wage ich nicht zu beurteilen. In der Wirtschaft würde ich behaupten wollen, waren die Vorgaben nicht das Erlernen sozialer Kompetenzen. Dieses hat sich leider gesellschaftlich abgefärbt und die bundesdeutsche Gesellschaft durchaus geprägt.
Für eine Krisensituation reicht es nicht nur Dinge zu horten, sich Bunker zu bauen. Krise bedeutet immer Kompromisse zu schließen, Hilfe zu suchen, zu leisten, sich gegenseitig zu unterstützen. Gesellschaften die dieses können, haben das Rüstzeug Krisen gut zu überstehen.

Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.
Emanuel Kant

2 Gedanken zu “Können wir Krise?

  1. Der Satz von Immanuel Kant darf jedoch nicht dahingehend missverstanden werden, dass es keine zufälligen Ereignisse gibt, ansonsten wäre die Welt eine deterministische Maschine und wir könnten nichts tun, was nicht schon vorherbestimmt wäre.

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