Es gab Jahre, da war ein gepflegter Rasen mit Busch, Hecke und Gartenzwerg das Sinnbild deutscher Vorgärten. In den achtziger Jahren kamen Blumen, Beerensträucher hinzu.
Jede Zeit hat ihren speziellen Gartentrend.
Der gegenwärtige Trend sind so genannte Schottergärten, Wiese und Gartenzwerg haben ausgedient.
Pflegeleicht sollen sie sein und sich der Architektur anpassen.
Mich persönlich irritiert dieser Trend. Da wird es auf diesen Planeten immer wärmer, der heimische Wald ächzt unter zu wenig Regen, in Brasilien fackeln sie staatlich legitimiert den Urwald ab, in Grönland werden Spitzentemperaturen gemessen und in Deutschland wird Schotter zu einem neuen Gartentrend, wobei die geschotterten Flächen fast nichts mit einem Garten gemein haben.
In meiner Nachbarschaft hält dieser Trend an. Vorgärten sind Geschmackssache, manche Städte und Gemeinden dürfen aber ein wenig mitreden. Mehrere Bundesländer, Städte und Gemeinden planen, solche so genannten Steingärten zu verbieten, was ich für falsch halte. Ich habe immer die Hoffnung, dass sich doch irgendwann der Menschenverstand einschaltet und den Schotter wieder dem heimischen Straßenbau überlässt.
Wer einen Schottergarten besitzt darf ruhig bei der nächsten Hitzewelle einen Eigenversuch starten,
mit einen Infrarot Thermometer die Wärme auf dem eigenen Schotter messen und dann die Wiese beim Nachbarn. Da kann es schon mal warm unter dem Küchenfenster werden und auch Nachts geben die Steine ihre gespeicherte Wärme ab. Womöglich ist so auch der Gartenzwerg verschwunden, er ist mit dem Schotter verschmolzen.
Der heimischen Tierwelt bieten die Schottergärten nichts. Etwas kurios mutet es an, wenn Plastik Eichhörnchen und Vögel in den Schotter gestellt werden.Ein Hauptargument mag wohl die Pflege sein, ein Garten macht Arbeit, für viele Gartenbesitzer ein willkommenes Hobby, für Andere eine müßige Pflicht.
Allerdings möchte auch der Schotter gepflegt werden.
Ich persönlich mag Steingärten, welche mit Pflanzen, Blumen und Bewuchs, oft terrassenförmig, angelegt sind, manchmal als Gartenhighlight noch einen kleinen Brunnen haben, welcher vor sich hin plätschert. Da mag man den Gartenbesitzer gerne danken und ein Lob aussprechen.
Für mich persönlich erkennt man am Garten den philosophischen Geist des Besitzers, Schotter lässt keinen Garten erkennen.

Hier zwei Links für Schotterbesitzer und Gartenfreunde
Link 1 zum NABU
Link 2 Berlin.de

Bielefelder Schotterbesitzer, welche umdenken, können sich eine Förderung holen, siehe NW Artikel

7 Gedanken zu “Der deutsche #Vorgarten

  1. „Ich habe immer die Hoffnung, dass sich doch irgendwann der Menschenverstand einschaltet“ – Ich halte die Existenz dieses „Menschenverstands“ nur für ein unbestätigtes Gerücht.
    LG Franz

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  2. Wir hatten über Jahre einen Schrebergarten, der kein Rasen-Rosen-Koniferen-Garten war (Kraut und Rüben, die Gartenzeitschrift, hatten wir abonniert). Und wir hatten Kinder. Alles zusammen machte uns in der Kleingartenkolonie nicht beliebt. Um uns herum nur ältere Leute, die entweder keine Kinder hatten oder deren Kinder schon erwachsen waren. Die Mittagsruhe wurde exakt eingehalten, vor dem Garten jedes Beikraut mit der Pinzette entfernt und Mama und Papa sprachen so mit ihrem Papagei. Auch wenn die Gärten grün waren, hatten sie etwas von den heutigen Schottergärten. Sohn 1 hat eine Frau geheiratet, die aus einem Gartenhaushalt kommt und seine Gartenleidenschaft teilt. Sie haben gebaut und einen wirklich tollen Garten angelegt. Ohne Zaun! Mit Steinterrassen, insektenfreundlichen Stauden und ja, es gibt auch einen Brunnen. Natürlich auch Rasen und ein Baumhaus. Aber weder Trampolin noch Riesenpool (die Kinder haben genug Auswahl in der Nachbarschaft). Aber auch in dieser scheinbaren Idylle gibt es Schottergärten vor Townhouses. Nur wenige.

    Gefällt 2 Personen

  3. Potthässlich solche Vor“gärten“, von der Umweltbelastung ganz zu schweigen.
    Vor ein paar Tagen kam ich auch an so einer Steinwüste vorbei. Dort hatte man inmitten der Steine einen Steinhasen gestellt🙈

    Gefällt 1 Person

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