Ich bin kein Fan von Jahresrückblicken, speziell nicht von diesen, emotional, geschickt, chronologischen TV Rückblicken.

Ein Jahr ist im Grunde keine abgeschlossene Zeit, kein Anfang und keine Ende, Zeit ist ewiglich. Aber wir Menschen haben der Zeit eine Form von Wegmarken gesetzt, mit erdachten Kalendern. So ist 2020 nun bald vorüber, ein ungewöhnliches Jahr, in der Reihe der ungewöhnlichen Jahre. Für mich ein Jahr, in dem ich ein Resümee ziehen konnte, viele Erkenntnisse sich einstellten. Ein gleichsam gefühlt, schnelles Jahr, als auch sehr verlangsamt, aber keinesfalls paradox.

Dieses Jahr hat viele Fragen aufgeworfen und viele Antworten parat. Da ist die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens, welche ich an anderer Stelle im Blog mal für mich versucht habe zu beantworten. Da ist die Frage nach dem menschlichen Zusammenleben mit der Natur? Die Fragen, was wirklich wichtig an so einem menschlichen Leben ist? Wie wir, ich persönlich meine Zeit ausfüllen könnte?

Als Menschheit durchleben wir einmal mehr einen Wandel. Die Digitalisierung, die menschengemachte Zerstörung der Natur, die Verluste von Ethik, Respekt und Empathie. Alles geschuldet einer Gewinnmaximierung. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht gefragt werde ob ich eine Paypalkarte habe, die Lidl App schon nutze etc.. Unsere menschlichen Daten sind das Gold der Zukunft für die Gewinnmaximierer, denn mit dem Wissen über menschliches Verhalten, lässt es sich gleichsam steuern, beeinflussen.

Dieses vergangene Jahr hat mir deutlich die Schwächen gezeigt, sowohl meine persönlichen, als auch die der Gesellschaft. Schwächen sind etwas, das immer einer Bewertung unterliegt, manche Schwäche können unter anderen Umständen durchaus eine Stärke sein. Somit steckt in jeder erkannten oder definierten Schwäche ein Potential, zumindest eine Erkenntnis. Wissenschaftlich betrachtet ist Erkenntnis ein Grundbaustein für neue Erkenntnisse. So bedeutet 2020 für mich ein Potential, eine Art Neubeginn.

Die Monate in diesem Jahr 2020 waren durchaus eine sehr spannende Zeit ohne Abenteuer. Es war ein Abschied nehmen von alten Rollenmustern, Gewohnheiten, Ritualen, ein Vakuum auf Zeit. Irgendwie hatte ich manchmal das Gefühl dieses Jahr wollte es mir leichter machen und schickte die gesamte Menschheit in eine Art Vakuum, um die persönlichen, als auch die gesellschaftlichen Rollenmuster zu reflektieren, sich nötige, sinnstiftende Fragen zu stellen.

In jedem Fall lassen sich die Erkenntnisse und das Potential aus dieser vergangenen Zeit nutzen, objektiv betrachtet war das zu allen Zeiten schon so.

Wer werden im Rückblick die Götter unserer Zeit gewesen sein? Welche Namen werden sie tragen: Sicherheit, Abfall, Größe, Angst, Geschwindigkeit, Kleinheit?

Elmar Schenkel

Ein kleiner Hinweis: ich möchte hier keine Corona Diskussion, ich denke alles zu dem Thema ist gesagt, geschrieben oder diskutiert, jeder hat seine Sichtweise, bleibt gesund!

9 Gedanken zu “#2020

  1. Wir waren im Februar in Bremen, für 4 Tage, mit An-und Abreise 6. Dann erst wieder im September für 1 Woche im Raum Nürnberg-Süd.
    Dieser letzte Urlaub erscheint mir ewig lange zurück, so als wäre er im letzten Jahr geschehen.
    Dies ist schon sehr eigenartig. Zeiträume schrumpfen, andere dehnen sich, ganz ohne einen Grund dafür benennen zu können.

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  2. Lieber Lu, schön, dein Bild vom Vakuum für die Be-Sinnung. Es wird uns noch eine Weile erhalten bleiben. Nutzen wir die Zeit, für neue Geschichten und frische Visionen.
    Herzliche Grüße
    Ulli

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  3. Manchmal kommt es mir vor, als ob alles abgestorben sei oder dabei sei abzusterben, und nur das Herz schlägt weiter. In diesem Herzen pocht das Leben, das sich neu gestalten will. Möge sich viel Kraft und Weisheit im Menschheitsherzen sammeln, damit es eine neue schönere Blüte austreibt. Liebe Grüße! Gerda

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