Start und Ziel

Der Blogbeitrag von Joachim Schlichting und eine Entdeckung an der Bielefelder Sparrenburg brachten meine Gedanken in Bewegung. Diese Aussage ist allerdings in dieser Weise schon nicht stimmig. Meine Gedanken waren schon in Bewegung, aber ihr Focus änderte sich. Eine unserer menschlichen Wesensarten ist, wir stellen uns Fragen, suchen nach Antworten und Lösungen.

So sah ich letztens einen Film über den Erfinder der Zahnbürste, die Idee kam ihn in einem dunklen Londoner Gefängnis und die erste Zahnbürste bestand aus Tierhaaren und einem Hühnerknochen. Wo in unseren Gedanken finden wir Lösungen, woher kommen unsere Ideen? Wo starten wir und warum? Wo ist das Ziel, wann und wie erreichen wir es?

Die Gewohnheit zu denken legt manchmal das Gefühl für das Wirkliche lahm, macht dagegen immun und lässt es nur allenfalls noch als etwas nur Gedachtes erscheinen.
Marcel Proust

Manchmal im Leben vollführen wir so manchen Gedankenmarathon, suchen nach Lösungen, Ideen, Klarheiten. Der Ein oder Andere bekommt in solchen Fällen schon einmal den Hinweise, eine Nacht drüber zu schlafen, insbesondere, wenn es um Entscheidungen geht. Aber warum sollte eine Nacht Schlaf helfen?

Wenn das natürliche Denken verfällt, treten Schlauheit und Wissen hervor.
Laotse

Womöglich liegt die Antwort im Start- Zielblock, vielleicht müssen wir gar nicht loslaufen mit unseren Gedanken, Krämpfe bekommen, Höhen und Tiefen überwinden, den Puls erhöhen. Vielleicht ist die Lösung, welche gesucht wird im Start-Zielblock offen sichtbar. Unser Rennen entfernt uns aber von der Lösung.

Oft finden wir Lösungen im Moment der Aufgabe, der Resignation, wenn unsere Gedanken still sind, verstummen. Manche nennen es Geistesblitz, andere Erleuchtung oder dieser eine geniale Moment.

Wie sagte einst der Philosoph und Humorist Wilhelm Busch, wer rudert sieht den Grund nicht. So wünsch ich allen viele gedankenlose Momente die Einsichten hervorbringen.

Es sind die gleichen ordnenden Kräfte, die die Natur in allen ihren Formen gebildet haben und die für die Struktur unserer Seele, also auch unseres Denkvermögens verantwortlich sind.
Werner Heisenberg

4 Gedanken zu “Start und Ziel

  1. Georg Christoph Lichtenberg hat sich immer wieder über derartige Problem geäußert insbesondere auch darüber wie man aus dem Gleis der Gewohnheit herauskommt. Zum Beispiel sagt er: „Durch das Planlose Umherstreifen durch die planlosen Streifzüge der Phantasie wird nicht selten das Wild aufgejagt, das die planvolle Philosophie in ihrer wohlgeordneten Haushaltung gebrauchen kann.“ Man muss wie er an aderer Stelle sagt „Neue Blicke durch die alten Löcher“ wagen.

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  2. Das Denken ist, wie du es ja auch in diesem Eintrag betreibst, gut, um das Thema zu umkreisen … um dann festzustellen, dass die Lösung in der unmittelbaren Begegnung der Seele mit dem Weltinhalt – in der Meditation, im Stillestehen, in der Gedankenleere – da ist. Ohne die vorige Denkbewegung wärst du nicht drauf gekommen. Sie war also nicht überflüssig, da sie die Voraussetzung für die Einsicht schafft, dass im Innehalten das Ziel erreicht ist.
    Das berühmte Heureka – ich habs gefunden – in der Badewanne.

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