Gestern war bundesweit Klimastreik, ich habe die Bielefelder Demonstration besucht. Mir fiel auf, dass es nicht nur junge Teilnehmer gab, sondern viele Familien mit Kleinkindern und ältere Menschen.

Als ich am späteren Abend mir unter dem Hashtag #Klimastreik die Tweets bei Twitter durchlas, gab es viel Hass und Polemik gegen die Teilnehmer zu lesen, ich fragte mich was daran so schlimm ist, wenn sich Menschen für einen bewohnbaren Planeten einsetzen. Im Grunde entspricht es doch dem Überlebenswillen des Menschen, mit anderen Worten der Logik.

Jetzt sind nicht alle Tweets von Personen, welche Zuhause im Wohnzimmer oder am Schreibtisch solche Kommentare schreiben. Mittlerweile gibt es bezahlbare Agenturen, ausländische Interessengruppen, die Meinungen verfassen, siehe Brexit, US Wahlkampf, so genannte Meinungsmacher., welche verschiedene Interessengruppen vertreten. Die Sprache wird dabei bewusst polemisch, teils hasserfüllt, es geht weniger um Argumente, eher um Diskreditierung, Diffamierung, Ausgrenzung, Polemisieren, Populismus.

Der deutsche Wahlkampf, welcher gerade die letzten Stunden erreicht, war geprägt vom Kampf um Deutungshoheiten, von Diskreditierung, Polemik, wenig Platz gab es für Themen, Visionen und Lösungen für die kommenden Herausforderungen.

Ein befreundeter Bekannter, der Lehrer an einer Berufsschule ist, machte in drei Klassen eine Testwahl, ein Großteil der Schüler entschied sich für eine Partei, auf Nachfrage kannten die Schüler nur eine Person dieser Partei und keine Forderung aus deren Wahlprogramm. Das Lebensbild was die Partei suggeriert war ansprechend genug.

Für eine Demokratie sind solche Tendenzen eine ernsthafte Gefahr, Geld und Medienmacht würden somit Wahlen entscheiden, nicht Themen und Programme.

Dabei lassen sich die kommenden Herausforderungen nur in einer Gesellschaft lösen, die sich den Herausforderungen stellt, sie erkennt, benennt und offen diskutiert. Leider zeigt ein Blick in die Geschichte der Menschheit, dass jede Hochkultur an sich selbst scheiterte, da man oft konservativ versuchte an alten Systemen und Wertvorstellungen festzuhalten und die Möglichkeit zu Reflexion und Reformen verpasste, so schlitterte die Menschheit aus einer Hochkulturphase, mit vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Errungenschaften in ein tiefes, dunkles Mittelalter mit viel Zerstörung.

Für die nahe Zukunft ist ein neuer Wendepunkt erreicht, aber diesmal geht es nicht um ein paar Rückschritte des menschlichen Daseins, es geht um menschliches Überleben auf dem einen Planeten, den die Menschheit zur Verfügung hat.

Wo liegt das Problem diese Herausforderung anzunehmen, die Prozesse der Zerstörung zu beenden. In der Bibel gibt es die Geschichte vom goldenen Kalb, ein Stier ist Symbol der New Yorker Börse in der Wallstreet. Die Menschheit hat sich in ein System begeben, aus dem sie keinen Ausweg sieht, die Regeln des Systems treiben Raubbau mit dem Planeten und letztendlich ist jeder Einzelne Teil des Systems. Die Nutznießer des Systems, sehen die Folgen, aber die Philosophie besteht aus der Idee maximalen Gewinn für sich zu erzielen, es zählt das Momentum des Gewinns. So erscheint es mir schwer einen Ansatz aus dieser katastrophalen Misere zu finden. Meistens erfolgte menschliche Einsicht erst nach einer Katastrophe, nach Zerstörung und da bin ich sicher, wenn ein Mensch die Klimakatastrophe überlebt, wird er es verstanden haben.

Und wie stand sehr sinnig auf einem Pappschild gestern:

Wenn alles so bleiben soll wie es ist, muss sich alles ändern!

In diesem Sinne, ihr habt die Wahl!

4 Gedanken zu “Lebenskrise

  1. Das ist alles richtig. Doch eine Wahlempfehlung kann ich daraus nicht ableiten. Welche Partei hat sich denn wirklich zum Ziel gesetzt, die Erde und ihre Bewohner zu respektieren? Der monokausale Ansatz (CO2 vs Strom) greift viel zu kurz

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  2. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, Empfehlungen zu geben.
    Jeder hat die Freiheit für sich zu bewerten.
    Es geht insgesamt um ein gesamtgesellschaftliches Umdenken, so etwas benötigt womöglich kleine Schritte, ob die Zeit dafür vorhanden ist, kann ich nicht sagen, es wird die Zukunft zeigen.

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