Als ich anfing mit der Fotografie kaufte ich mir einen kleinen Vergrößerer und ein paar Schalen, inklusive Chemie. Lernte das Licht im Labor keine gute Idee ist und genoss die stillen, rötlich beleuchteten Momente im Labor. Was sich dort in den Schalen, auf weißem Papier entwickelte, waren sogenannte Schwarzweißabzüge.

Schwarz und Weiß sind unbunte Farben, allerdings enthält Licht, welches uns weiß erscheint alle Farben, gut zu beobachten, wenn man Licht durch ein Prisma fallen lässt. Mich hat die schwarz weiße Fotografie fasziniert, da sie den eigenen Blick reduziert, sie verdeutlicht das Momentum des Augenblicks. Beim sogenannten Schwarz-Weiß-Denken, denkt man in Extremen, es gibt nur ein Entweder-oder.

Die Schwarzweißfotografie zeigt aber eine fast bunte Welt der Grautöne, zwischen den beiden Farbpolen Schwarz und Weiß. Manchen Menschen gibt die Art des Schwarz-Weiß-Denkens eine Form der Sicherheit, es verleiht ihnen eine harte Kontur. Aber wie in der Fotografie, finden sich im Leben eine unendliche Zahl an Zwischentönen. Im Leben sind es unsere Gefühle, welche unsere Töne bestimmen. Diese können sehr bunt sein, sehr, hell, dunkel, grau, schwarz und weiß. Das Zusammenspiel des Lichts ergibt die Schattierungen des Augenblicks.

Ein Foto wird meistens nur angeschaut – selten schaut man in es hinein.
– Ansel Adams –

Ein Leben ist eine Art Langzeitbelichtung, die Schattierungen des Augenblicks verändern sich mit der Zeit, so unsere Gefühlswelten. Es erscheint ratsam, immer mal wieder in sein persönliches Fotolabor zu gehen und einen Abzug zu machen. Zu schauen, wie das Abbild aussieht, welche Töne vorherrschen, ob man die Blende und die Papierbelichtungszeiten am Vergrößerer verändern darf, damit wir unsere Konturen und unser Bild weiter erkennen können.

Für mich waren und sind Schwarzweißbilder auch immer bunt, im Licht, welches ich für die Fotografie benötige, sind Farben versteckt, aber ich schätze die Graustufentöne, sie fokussieren das ein oder andere Mal meinen Blick auf das Wesentliche.

Auf jeden Fall aber kümmern sich die Menschen zu viel um die photographische Technik und zu wenig um das Sehen.
– Henri Cartier-Bresson –

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